Allensbach-Umfrage Acta 2001 belegt Skepsis an Beratung
Finanzgeschäfte via Internet bleiben auf dem Vormarsch

Das Interesse der Deutschen, Geldgeschäfte am Bildschirm zu erledigen, bleibt auf hohem Niveau konstant. Dabei nimmt die Zahl derjenigen zu, die Geschäfte tatsächlich via Web tätigen. Zu dieser Erkenntnis kommt das Institut für Demoskopie Allensbach in seiner jüngsten Computer- und Telekommunikationsanalyse Acta 2001. Sie wurde von der Marketing Dieter Faehling GmbH, -Kommunikation Timmendorfer Strand, im Auftrag von Allensbach erstellt.

beu HAMBURG. Danach hatten im Jahr 1999 von den befragten Deutschen im Alter zwischen 14 und 64 Jahren 44,7 % ein Interesse an Homebanking, 2000 waren es 48,2 %, im laufenden Jahr 47 %. Die leichte Abschwächung bezeichnet Marktforscher Mischa Henze von der Dieter Fehling GmbH als nicht relevant. Der Trend sei stabil. Die Zahl der tatsächlichen Homebanking-Nutzer indes verdreifachte sich in diesem Zeitraum von 6,1 % auf 17,9 %. Aufschlussreich ist für Henze das Verhalten der Aktienbesitzer. 30,4 % der Befragten besitzen Aktien oder Aktienfonds, 7,1 % hatten früher einmal welche. "Dies könnten die Glücklichen sein, die rechtzeitig abgesprungen sind", so Henze. Von den Aktien- und Fondsbesitzern sowie den "Ehemaligen" bezeichnen sich 53 % als Online Nutzer, haben knapp 28 % Interesse daran, Aktien online zu erwerben - aber nur 18 % haben dies schon getan.

Insgesamt zeichnet sich ein deutlicher Unterschied ab, zwischen der Bereitschaft, online zu kaufen und sich über das Internet zu informieren. Während nämlich nur 40 % der Gesamtbevölkerung ein Informationsinteresse an Aktien und Fonds und nur ein Viertel an Online-Aktienkursen zeigen, sind 80 % der Aktienbesitzer in Informationen über Wertpapiere und Fonds interessiert. 58 % von ihnen dehnen dieses Interesse auf Online-Informationen aus. Vier von zehn Aktionären informieren sich über die Börsenkurse via Internet, fast ein Drittel greift auf Anlagetipps im Internet zurück.

Bei den Informationen zum Börsengeschehen traut gerade jeder Vierte (27 %) Aktienbesitzer Bank-, Finanz-oder Vermögensberatern. Bei den Wertpapierinhabern, die das Internet nutzen, sind es gar nur 22 %. 40 % der Aktienbesitzer und 38 % der "Onliner" halten Zeitungen für eine zuverlässige Informationsquelle über Aktien, aber das Internet gewinnt an Gewicht: 36 % aller Aktieninhaber und 54 % der Onliner bezeichnet das Web als zuverlässige Quelle. Zeitschriften und TV werden jeweils von rund einem Drittel als zuverlässig eingestuft.

Für Henze zeigt sich in dieser Entwicklung eine Aufspaltung: auf der einen Seite die sehr intensive Nutzung des Internets für aktuelle Infomationen. Auf der anderen Seite suchen die Nutzer grundlegende Analysen weiter in Offline-Medien wie Zeitungen und Zeitschriften. Henze: "Die zwei Seiten Kurstabellen werden in Zukunft weniger genutzt. Die grundlegenden Analysen behalten dagegen ihren Wert."

Online-Angebote, die zu großen Marken aus dem Offline-Geschäft gehören, wie zum Beispiel Börse-online, Wirtschaftswoche oder Handelsblatt stehen nach Henzes Untersuchung auch bei der Online-Nutzung durch Aktionäre in den Reichweiten relativ weit oben. Dagegen hätten reine Online-Angebote, wie Onvista.de, eine relativ geringe Reichweite.

Obwohl Banken und Vermögensberater keinen sonderlich guten Ruf bei ihrer Zuverlässigkeit haben - auf die persönliche Beratung verzichten wollen die Deutschen nicht. So ist zwar ein Drittel der Befragten der Ansicht, dass in fünf bis zehn Jahren die Finanzberatung überwiegend online stattfinden wird. Doch fast drei Viertel der Bevölkerung würde dies nicht begrüßen - dafür sind gerade mal 18 %.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%