Allensbacher Werbeträgeranalyse
Überregionale Tageszeitungen gewinnen neue Leser

Über Jahre wuchs die Zahl der Aktienbesitzer. Doch seit die Börseneuphorie abgeflaut ist, stagniert der Aktienbesitz. Auch die Medien sind von der Entwicklung betroffen. Zeitschriften für Anleger verlieren Leser. Dagegen legen die überregionalen Zeitungen zu. Das zeigt die Allensbacher Werbeträgeranalyse.

tel HB DÜSSELDORF. Rund ein Fünftel der Gesamtbevölkerung ab 14 Jahren besitzt mittlerweile Aktien. Das ist eines der Ergebnisse der Allensbacher Werbeträgeranalyse 2001 (AWA). Seit 43 Jahren ermittelt das Institut für Demoskopie, Allensbach, mit der AWA die Konsumgewohnheiten und Mediennutzung der Deutschen auf Basis repräsentativer Interviews.

Mit aktuell 19 % ist die Zahl der Aktienbesitzer im Vergleich zu den Vorjahren erneut angestiegen. 2000 waren es 15 %, 1995 lediglich 8 %. Auch die Zahl der Besitzer von Investmentzertifikaten und Fonds hat sich stetig erhöht, zuletzt von 12 auf 16 %. Allerdings macht sich in der AWA, deren Ergebnis auf drei Erhebungswellen im Frühjahr 2000, Herbst 2000 und Frühjahr 2001 basiert, die seit einem Jahr rückläufige Entwicklung an den Börsen bemerkbar. "Nach dem stetigen Wachstum der letzen Jahre hat sich die Zahl der Aktienbesitzer jetzt nicht weiter vergrößert", kommentiert Johannes Schneller vom Institut für Demoskopie die Ergebnisse. "Im Frühjahr 2000 registrierten wir 19 % Aktienbesitzer in der Gesamtbevölkerung ab 14 Jahren. Dieser Anteil ist bis heute konstant geblieben."

Auch bei der Nutzung der Wirtschaftspresse zeige sich das Ende der Börseneuphorie, so Schneller: "Nicht nur die Käuferzahlen, sondern auch die Leserzahlen der meisten Titel dieses Segments sind rückläufig." Allerdings gibt es Ausnahmen: "Euro am Sonntag" vom Axel Springer Verlag beispielsweise konnte an Reichweite in der Gesamtbevölkerung und auch bei den Anlageinteressierten zulegen. Zudem sind Anlegertitel wie "Die Telebörse" und "Aktienresearch" erstmals in die Werbeträgeranalyse aufgenommen worden.

Bei den überregionalen Tageszeitungen konnte sich die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" gut behaupten. "Süddeutsche Zeitung", "Welt" und Handelsblatt bauten ihre Reichweiten deutlich aus. Das Handelsblatt zählt 610 000 Leser, 9 % mehr als im Vorjahr. Die neu in die AWA aufgenommene "Financial Times Deutschland" (Gruner + Jahr/Pearson) kommt auf 180 000 Leser.

Erstmals haben die Allensbacher Forscher in diesem Jahr die Einstellungen der Bevölkerung zu Geld- und Kapitalanlagen unter die Lupe genommen. Dabei unterscheiden sie die beiden Anlagetypen Zocker und Risikoscheue. Zocker, die 8 % der Bevölkerung ausmachen, suchen den hohen Gewinn, auch wenn das risikoreicher ist. Dagegen legen die Risikoscheuen bei der Geldanlage mehr Wert auf Sicherheit als auf hohen Gewinn. Zu Letzteren zählen 52 % der Bevölkerung.

Die Zocker sind eher männlich, jünger und verfügen über ein höheres Einkommen als der Bundesdurchschnitt, während sich unter den Risikoscheuen eher junge Familien und ältere Menschen finden. Die Zocker nutzen das Internet deutlich mehr als die Risikoscheue, was angesichts der soziodemografischen Merkmale nicht verwundert. 46 % der Zocker informieren sich im Internet, bei den Risikoscheuen sind es lediglich 22 %. Berichte in Zeitungen lesen beide Anlagetypen gleichermaßen (66 %), zu Zeitschriften greifen mehr Zocker (56 %) als Risikoscheue (49 %). Die Zocker (44 %) besorgen sich zudem häufiger als die Risikoscheuen (30 %) Zeitschriften, die sich speziell mit Anlagethemen beschäftigen. Dagegen informieren sich die Risikoscheuen (74 %) etwas häufiger im Fernsehen als es die Zocker tun (72 %).

Dass die Risikofreudigkeit der Zocker Grenzen hat, zeigt die Präferenz für die Anlageformen: nach Aktien (62 %) kommt als zweitbeliebteste Anlageform der Bausparvertrag (43 %). "Die Risikobereiten agieren von einer sicheren Basis aus. Anlageformen mit deutlich höherem Anlagerisiko wie Aktien, Investmentzertifikate und Optionsscheine kommen ,on top? ", kommentiert Schneller die Ergebnisse

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