Alles digital
IFA steht im Zeichen der Konvergenz

Die neuesten Trends der Konsumelektronik zeigt seit Samstag die Internationale Funkausstellung (IFA) in Berlin. Zehntausende strömten am Wochenende auf das Messegelände unter dem Funkturm. Die neuntägige Leitmesse hat sich im Vergleich zu den Vorjahren inhaltlich gewandelt: Aus der Rundfunk- und Fernsehschau ist eine Schau für Unterhaltungselektronik im weitesten Sinne geworden.

ddp BERLIN. Das Spektrum der gezeigten Neuheiten reicht vom digitalen Rundfunk und die dafür erforderlichen Empfangsgeräte über neueste Trends bei Hifi-Anlagen bis zur digitalen Bildbearbeitung und Computerspiele. Die Organisatoren fassen dies unter den so genannten vier "C" zusammen: Consumer Electronics, Computer, Communication und Content.

Nach der offiziellen Eröffnung durch Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) am Freitagabend setzte schon am Samstagmorgen der Besucheransturm ein. Die Messe richtet sich sowohl an Fachpublikum als auch an Konsumenten. Die Veranstalter rechnen wie 1999 wieder mit knapp 400 000 Besuchern. Auf der IFA vertreten sind 915 Aussteller aus 40 Ländern. Das ist neuer Rekord in der 77-jährigen Geschichte der Messe. Rund 90 % der am Weltmarkt tätigen Unternehmen stellen sich vor. Technisch steht die IFA 2001 im Zeichen der Konvergenz. Eines der Zauberworte heißt dabei Multimedia Home Plattform (MHP). Dieser gemeinsame Standard für Gerätehersteller und für die Anbieter von Medieninhalten soll das Zusammenwachsen von klassischen und neuen elektronischen Medien ermöglichen. Hersteller wie Loewe und Sony rüsten ihre Fernsehgeräte so nicht nur für den Empfang digitaler Satelliten-Programme aus, sondern integrieren auch eine Schnittstelle für den Internet-Zugang. Ziel ist es, auch unerfahrenen Benutzern den Zugang zum Internet zu ermöglichen. Außerdem soll der Verbraucher nicht mehr für jedes digital ausgestrahltes Programm eine eigene Set-Top-Box kaufen müssen.

Sony Playstation mit Betriebssystem Linux

Der weltweit führende Prozessorhersteller Intel ist zum ersten Mal auf der IFA vertreten. Hintergrund sei das Zusammenwachsen der Medien und damit auch der Märkte, sagte Intel-Europa-Chef Jürgen Thiel. Mit dem neuen Pentium vier Prozessor mit einer Taktrate von zwei Gigahertz präsentiert Intel dann auch ein Produkt, mit dem Anwendungen möglich sind, die bisher nur auf Großrechnern liefen. So sollen Privatnutzer etwa ihre digital aufgenommenen Videos am heimischen Schreibtisch in Echtzeit schneiden können.

Neben Intel gehört auch Sony Computer Entertainment zur neueren Generation unter den IFA-Ausstellern. Für seine Spielkonsole Playstation zwei hat Sony ein eigenes Zelt aufgebaut, in dem Besucher die neusten Spiele antesten können. Dabei wird deutlich, dass auch bei Computerspielen der Trend zur Vernetzung geht. In Zukunft sollen Spielefans über schnelle Internet-Zugänge wie Digital Subscriber Line (DSL) über das Internet gegen andere Spieler antreten können. Mit einer Playstation, auf der das Betriebssystem Linux läuft, nähert Sony seine Konsole herkömmlichen PCs und deren umfassender Funktionalität an.

Für Unterhaltung sorgen auf der Messe zahlreiche Rundfunk- und Fernsehsender. Als Publikumsmagnet erweist sich der Sommergarten, wo ein abwechslungsreiches Showprogramm geboten wird. Messesprecher Reinhard Bank sprach von einem "tollen Start" der Ausstellung. Trotz hochsommerlicher Temperaturen von über 30 Grad Celsius rechneten die Organisatoren am Wochenende mit 80 000 bis 90 000 Besuchern. Das entspreche in etwa den Startzahlen der IFA vor zwei Jahren. Die diesjährige Messe ist noch bis 2. September täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet, zur IFA-Night am 31. August erstmals bis 24.00 Uhr.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%