Alles für die Sicherheit
Neue Trends der Versicherungsbranche

Mehr Verbraucherschutz, die staatliche Privatrente und weiterhin günstige Prämien prägen die deutsche Versicherungslandschaft im nächsten Jahr. Worauf Kunden achten sollten.

FRANKFURT. Mehr Verbraucherschutz, die staatliche Privatrente und weiterhin günstige Prämien prägen die deutsche Versicherungslandschaft im nächsten Jahr. Die Kunden werden immer mehr zum König, haben "Herrn Kaiser", den Vertriebsmann, vom Sofa ins Internet gejagt und können sich nun in Ruhe zurücklehnen und die Rentendebatte bis zum Ende verfolgen.

Zwei Dinge stehen auf jeden Fall schon fest: Erst Anfang 2002 startet die "Riester-Rente". Aber schon Ende 2001 kommt der von den Verbraucherschützern sehnsüchtig erwartete Ombudsmann. Wer im nächsten Jahr Ärger mit seiner Versicherung hat, sollte einer Einigung nur unter dem Vorbehalt der Prüfung durch den Ombudsmann zustimmen. Immerhin darf der Schlichter, für den noch ein hochrangiger Volljurist gesucht wird, Fälle bis 10 000 Mark eigenständig und bis 100 000 Mark per Empfehlung abwickeln. Dass die Branche kritische Analysen nicht mehr scheut, zeigt nicht nur die mutige Entscheidung zum Schlichter. Bernd Michaels, Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), hatte jüngst die Politiker aufgefordert, die Stiftung Warentest nicht nur zu erhalten, sondern "auch so auszustatten, dass sie ihren Aufgaben qualifiziert gerecht werden kann".

Trotz umfangreicher Renten-Rankings und täglicher Diskussionen um die Altersvorsorge sollte nun niemand vorschnell vorsorgen und schon gar nicht kündigen, wie es oft der härteste Kritiker der Branche, Hans-Dieter Meyer vom Bund der Versicherten, fordert. Denn bei vorzeitiger Vertragsauflösung zahlt man in aller Regel drauf - die anteiligen Kosten werden nicht zurückerstattet. Alte Policen sollte man laufen lassen und neue noch nicht abschließen - jedenfalls nicht mit Blick auf die neuen Fördermöglichkeiten, die zunächst ohnehin recht bescheiden ausfallen werden.

Zusätzliche Spargroschen kurzfristig flexibel anlegen

Sinnvoller ist es, seine zusätzlichen Spargroschen kurzfristig flexibel anzulegen. Denn bis endgültig feststeht, für wen es welche Zuschüsse gibt, dürfte noch einige Zeit ins Land gehen. So ist jetzt sogar die private Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr als förderungswürdig ins Gespräch gebracht worden - ein Produkt mit mäßiger Rendite, das überwiegend von der Allianz angeboten wird. Vorsorgeprodukte, die die von Bundesarbeitsminister Walter Riester geforderten Voraussetzungen - lebenslange Rente, Garantie der eingezahlten Beiträge und verlustfreier Anbieterwechsel nach zehn Jahren - erfüllen, sind noch nicht auf dem Markt. Jetzt buhlen Investmentfonds mit einer "Zusage" statt einer "Garantie" um Riesters Wohlwollen. Auch die Immobilienlobby möchte mit ins Förderboot. Da muss sich der Kunde für die nächsten Monate in Geduld üben. Und wer unbedingt eine "Riester"-Police abschließen möchte, sollte vom Anbieter eine schriftliche Fördergarantie verlangen. Michael Rosenberg, Vorstand der Düsseldorfer Victoria: "Wir garantieren auch 2001 schon die staatliche Förderung oder einen kompletten Rücktritt von der Versicherung."

Bei den neuen Produkten zur geförderten privaten Altersvorsorge erwarten die Versicherer einen Innovationswettbewerb besonderen Ausmaßes. Bisher waren neue Ideen in der gesamten Branche leider eher Mangelware und erschöpften sich im Wesentlichen in immer neuen Zielgruppenangeboten (Immobilienbesitzer, Treuerabatt) bei der Autoversicherung. Nur vereinzelt kamen kreative Angebote auf den Markt, wie etwa der Kauf gebrauchter Policen durch die Cashlife Deutschland: Wer seinen Vertrag vorzeitig beenden will, bekommt von Cashlife mehr als bei der traditionellen Assekuranz. Interessant ist auch der Schutz für Autofahrer, die im Ausland Ärger haben: Allianz und Volksfürsorge zahlen bei unverschuldeten Unfällen nach deutschem Recht.

Versicherungen gegen Hacker und Datenklau haben derzeit Saison. Angebote gibt es vom HDI, dem Gerling-Konzern, der Gothaer, der Tela oder der Württembergische und Badische Versicherungs AG.

Zukunftsträchtig scheint auch die Unfall-Police Individual der Bayerischen Beamten Versicherung. Hier wird nicht mehr streng nach einer Gliedertaxe entschädigt, sondern der konkrete Unfallschaden bezahlt: Wer etwa als Friseur die Schere nach einem Daumenverlust nicht mehr sicher halten kann, erhält Geld für Verdienstausfall, Renteneinbußen und Umschulung.

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