Archiv
Alles ganz normal hier

In Frankreichs Vorstädten brechen seit einer Woche jede Nacht bürgerkriegsähnliche Zustände aus.

In Frankreichs Vorstädten brechen seit einer Woche jede Nacht bürgerkriegsähnliche Zustände aus. Jugendliche aus den so genannten Cités, den Sozialwohnungsblocks, leisten sich Straßenschlachten mit der Polizei, Autos gehen in Flammen auf, Geschäfte, Kindergärten, Polizeistationen fallen der Raserei zum Opfer.

Und den Franzosen ist ihr lange verdrängtes, soziales Problem in den Vorstädten entsetzlich peinlich. Im Gespräch mit Freunden und Kollegen wird man als Auslandskorrespondent des öfteren mit der Frage konfrontiert: "Warum interessiert Euch das bloß?" Andere Länder hätten schließlich auch Probleme mit ihren Sozialghettos in den Vorstädten. Mit anderen Worten: Das pro Nacht über 300 Autos in Flammen aufgehen, ist wohl nichts Ungewöhnliches. Bitte weitergehen, es gibt nichts zu sehen!

Der Sprecher des französischen Außenministeriums musste sich bei einer der regelmäßigen Pressekonferenzen jüngst die Fragen gefallen lassen, ob die Regierung offiziell Ausländern empfehlen würde, die Vorstädte zu meiden. Russland hat dies seinen Staatsbürgern bereits nahe gelegt.

Unbekannt ist, ob Premierminsiter Dominique de Villepin seinem Innenminister Nicolas Sarkozy ein Ausgehverbot für die Banlieues verhängt hat. Schließlich hat Sarkozy mit seinen Blitzbesuchen dort und seinen Äußerungen - er sprach von "Gesindel" - nicht unwesentlich zur Eskalation der Lage beigetragen.


Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%