„Alles läuft nach Plan“
Ullrich siegt mit nur einer Sekunde Vorsprung

13 Tage vor dem Start der 91. Frankreich- Rundfahrt hat Jan Ullrich zum ersten Mal in seiner Karriere die Tour de Suisse gewonnen. Der Olympiasieger, der am Sonntag das abschließende Zeitfahren in Lugano über 25,6 km gewann und sich damit das Goldene Trikot von Fabian Jeker (Schweiz) zurück holte, präsentierte sich in Topform und scheint für den Saisonhöhepunkt in Frankreich gerüstet.

HB BERLIN/LUGANO. "Alles läuft bei mir nach Plan. Ich gehe mit sehr viel Zuversicht in die Tour", sagte der T-Mobile-Kapitän, der sich als dritter deutscher Radprofi den Sieg in der Schweiz gesichert hatte. Sein letzter nationaler Vorgänger war 1962 Hennes Junkermann.

Nach Siegen in der Tour de France und der Vuelta fehlt Ullrich jetzt nur noch ein Erfolg im Giro d'Italia, um die Sammlung der Siege in allen allen vier Länder-Rundfahrten komplett zu machen. Das Finale war am Sonntag an Spannung nicht zu überbieten. Ullrich gewann den Kampf gegen die Uhr in 31:36 Minuten und war in der Endabrechnung nur 1,37 Sekunden schneller als der famos kämpfende Jeker, der unmittelbar nach der Zieldurchfahrt noch an seinen Gesamterfolg geglaubt hatte. Tageszweiter wurde der Ungar Laszlo Bodrogi acht Sekunden hinter Ullrich.

Auch am Sonntag stellte sich Ullrich, der die Nachfolge des gestürzten Alexander Winokurow antrat, in Lugano auf der WM-Strecke von 1996 in Galaform vor und drehte den Spieß noch um. Nachdem ihm Jeker am Freitag im Fürstentum Liechtenstein das Gold-Trikot nach sechs Tagen abgenommen und seinen Vorsprung am Samstag auf dem Weg nach Bellinzona als 12. hinter dem überragenden Tagessieger Paolo Bettini (Italien) noch vergrößert hatte, musste sich der Eidgenosse im Tour de Suisse-Finale hauchdünn geschlagen geben.

Ullrich, zweifacher Weltmeister im Zeitfahren, nahm ihm auf dem weitgehend flachen Kurs 42,3 Sekunden ab und sicherte sich den Gesamtsieg vor dem 35-Jährigen. Sein ehemaliger Team-Kollege Georg Totschnig (Gerolsteiner) aus Österreich, der am Freitag die Königsetappe in Malbun gewonnen hatte, rutschte in der Endabrechnung auf Rang vier ab. Patrick Sinkewitz aus Fulda, vor 14 Tagen Sieger der Deutschland-Tour, wurde Siebenter.

Ullrich startete mit der selben Zeitfahr-Maschine, die er auch beim Zeitfahren am vorletzten Tag der Tour de France in Besancon einsetzen will. Er war als Vorletzter zwei Minuten vor Jeker auf die Strecke gegangen. Nach der Zwischenzeit nach 15,5 km hatte Ullrich lediglich 17 Sekunden auf Jeker gut gemacht. Aber im Schlussteil musste der Schweizer bei seinem Heimspiel doch noch passen. Damit feierte der T-Mobile-Kapitän nach seinem Erfolg zu Beginn der Neun- Tage-Tour seinen zweiten Etappensieg in der Schweiz.

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