Alles nur geklaut?
Linux droht Ungemach

Jeder vierte Server weltweit läuft unter dem freien Computer-Betriebssystem Linux. Vor allen Dingen Unternehmen und Verwaltungen außerhalb der USA sehen sich nach Alternativen zu Microsoft-Produkten um.

DÜSSELDORF. Gute Nachrichten also für die Anhänger von Linux und IBM, die sich mit viel Geld und Entwicklungsressourcen an die Spitze der Linux-Bewegung gesetzt hat. Doch es droht Ungemach: Die Softwarefirma SCO (Ex-Caldera) hat einen Rechtsstreit angezettelt. SCO besitzt Urheberrechte einiger Software-Technologien des kommerziellen Betriebssystems Unix, die noch aus dem Jahr 1969 stammen.

Teile des Linux-Betriebssystems seien von Unix geklaut, behauptet SCO. Der Zorn des Unternehmens richtet sich vor allen Dingen gegen IBM, die nach Ansicht von SCO Unix-Programmcode illegal an freie Softwareentwickler weitergegeben habe. Doch mittlerweile flatterte auch anderen IT-Größen wie beispielsweise Oracle Post ins Haus. Auch an rund 1500 Unternehmen, die Linux einsetzen, hat SCO Drohbriefe verschickt: Wer die illegale Software benutze, mache sich ebenfalls strafbar. Wie so oft bei US-amerikanischen Patentstreitigkeiten geht es vermutlich weniger um die Sache als mehr um das liebe Geld.

Wenig gemütlich geht es beim Thema Linux auch im Hause Microsoft zu. Dort wächst die Angst, dass Linux zu einer ernsthaften Bedrohung werden könnte. Laut US-Presseberichten hat Microsoft Vertriebschef Orlando Ayala jetzt folgende Parole ausgegeben: Wann immer ein großes Geschäft wegen Linux zu scheitern droht, sollen die Verhandlungsführer so lange an der Preisschraube drehen, bis der Wettbewerb gewonnen sei. Der chronisch klamme Stadtkämmerer von München wird das gerne hören. Denn dort steht bald die Entscheidung zwischen Linux und Microsoft an.

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