Allgäuer ist ein ruhiger Mann mit Ausstrahlung
Allein gegen die österreichische Übermacht

Auf Abfahrtsläufer Max Rauffer ruhen alle deutschen Hoffnungen - doch unter dem großen Druck fährt er regelmäßig nur hinterher.

BERLIN. Vielleicht verfolgen Gourmets vor dem Fernseher keine Abfahrtsrennen mehr. Vielleicht sagen auch Leute, die sich neue Fenster in ihre Wohnung einbauen lassen wollen: Skirennen, Gott, wie langweilig. Jedenfalls erreichen Feinkost-Käfer und WERU-Fensterbau zu wenig potentielle Kunden, wenn sie ihr Logo auf dem Helm von Max Rauffer platzieren. Sie haben diesen Platz wieder geräumt, schon länger, Abfahrtsfahrer Rauffer aus Gmund im Allgäu fährt seit 2002 schon ohne Kopfsponsor. "Sie wissen ja, die wirtschaftliche Lage", sagt er.

Das wäre die Erklärung, die Max Rauffer schützt. Die hätte nichts mit seinen Ergebnissen und seinem Image zu tun. Aber so einfach ist es wohl nicht. Image und Resultate lassen sich nicht ausblenden. Rauffer war bei der Weltcup-Abfahrt in Lake Louise auf Platz neun gerast, eigentlich eine gute Platzierung für ihn. Nützt dies etwas bei der Sponsorensuche? "Na ja", sagt Rauffer, "direkt danach bin ich ja mit einer Erkältung nach Hause gefahren. Und da sagen die Sponsoren wieder: ,Der ist ja wieder verletzt.?" Vor dem Abflug ist er aber in Lake Louise noch den Super-G gefahren. Erkältet fuhr er auf Platz 49. Werner Margreiter, der Cheftrainer der deutschen Skifahrer, sagte nach Platz neun in Lake Louise: "Es war mehr drin."

Die Medien bezeichneten Rauffer als Weichei, weil er erkältet nach Hause flog. Die Sponsoren wollen mehr als einmal Platz drei beim Weltcup in Kvitfjell (im Jahr 2000), Platz zwölf in Wengen (2003) und nun Platz neun. Vielleicht am Sonnabend in Gröden, da steigt Rauffer wieder ein. Max Rauffer, das ist die Geschichte eines Sportlers, der hoch talentiert an vielfältigem Druck scheitert. Der Druck, unter den er sich setzt, vermischt sich mit einem anderen Druck, dem er nicht wirklich standhalten kann. Rauffer soll sich erfolgreich der österreichischen Übermacht entgegenstellen. Er allein, Max Rauffer, 31, Hauptfeldwebel, nach einem furchtbaren Sturz 1997 in Beaver Creek knapp an der Querschnittslähmung vorbeigeschrammt. Es bleibt ja nur Rauffer. Florian Eckert, WM-Dritter 2001, hofft nach fast dreijähriger Verletzung auf ein Comeback, Stefan Stankalla fährt zuverlässig weit hinterher.

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