Allianz-Aktie ist kein klassisches Langfristpapier mehr
Allianz: Dresdner-Kursbremse sollte sich lockern

Die aus der Not geborene Übernahme der Dresdner Bank erweist sich für die Allianz-Aktionäre zunehmend als Kursbremse. Legte das Papier des Münchner Versicherungsriesen von Mitte 1992 bis zum Dresdner-Kauf 2001 um 350 Prozent zu, ist seither mit Allianz-Anteilen wenig Staat zu machen.

DÜSSELDORF. Der Grund: Traditionell werden Allfinanzkonzerne, die über das Privatbankkunden- und das Investmentbanking- bis hin zum Versicherungsgeschäft ein sehr breites Feld beackern, deutlich niedriger an der Börse bewertet als reine Versicherungskonzerne. Gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis bezahlten Investoren beispielsweise für die Allianz-Aktie bereitwillig Werte über 30. Filialbanken, wie die Dresdner, werden an der Börse aber üblicherweise nur mit einem KGV um 15 bewertet.

Allianz-Chef Henning Schulte-Noelle hat mit dem Dresdner-Bank-Kauf also schlagartig Shareholdervalue vernichtet. Zumal die Übernahme zur Unzeit erfolgte. Angesichts Börsenbaisse, Kreditkrisen bei Großunternehmen und Ländern wie Argentinien sowie erheblichen Reibungsverlusten bei der Integration einer Bank- in eine Versicherungskultur wundert es Branchenbeobachter kaum, dass die Ergebnisse des neu geschmiedeten Konzerns alles andere als rosig aussehen.

Nur mit dem Verkauf des Tafelsilbers - beispielsweise Aktienpakete der Münchener Rück - schaffte die Allianz im ersten Quartal ein ordentliches Ergebnis, das die 126 Millionen Euro Verlust der Tochter Dresdner Bank kaschierte.

Allerdings reagierte die Börse kaum noch auf die mäßigen Zahlen. Denn inzwischen ist alles Negative im Kurs berücksichtigt. Und abgesehen vom Bankgeschäft gab es auch einige Lichtblicke. Prämienerhöhungen steigerten im ersten Quartal die Beitragseinnahmen um knapp elf Prozent auf 22,8 Milliarden Euro.

Zwar ist die Allianz-Aktie weiterhin nicht mehr als klassisches Langfristpapier zu betrachten. Doch ein KGV von 20 auf Basis des Jahres 2003 dürfte der Markt ihr früher oder später zubilligen. Das lässt Luft für Kurssteigerungen von 30 Prozent in den nächsten 18 Monaten.

Quelle: Wirtschaftswoche

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