Archiv
Allianz geht an die Wall Street

Die New York Stock Exchange ist blau eingepackt. Heute geht der Allianz-Konzern an die Börse. Der Versicherungskonzern verkündet der amerikanischen Finanzwelt die frohe Botschaft mit blauen Stoffbahnen an den Wänden des Wall Street Gebäudes. Den Eröffnungsindikatoren entsprechend hat sich der deutsche Konzern einen Tag ausgesucht, an dem der Handel positiv verlaufen könnte.

Auch die Arbeitsmarktdaten scheinen die Vorfreude nicht zu trüben, obwohl sie für die Märkte schlechter ausgefallen sind als erwartet. Demnach ist die US-Arbeitslosenzahl nicht wie prognostiziert gestiegen, sondern liegt wie im Vormonat auf 3,9 Prozent - einem 30-Jahrestief. Neue Jobs hat vor allem das Baugewerbe hervorgebracht. Der Anstieg des durchschnittlichen Arbeitslohns ist um 0,2 Prozent auf 0,4 Prozent angewachsen. Da höhere Löhne, ein Indikator für Inflation sind, könnte die Wall Street die Nachricht leicht aus dem Konzept bringen.



Gute Machrichten beflügeln die Märkte. Viacom hat dem Kauf von Anteilen an BET Holdings zugestimmt. Kaufpreis: drei Milliarden Dollar. Der weltweit drittgrößte Medienkonzern wird einen Teil der Summe in Aktien begleichen und zudem einen Teil der Schulden übernehmen. BTE Holdings betreibt das einzige Kabelnetzwerk in den USA, das auf die schwarze Bevölkerung fokussiert ist. Erst im Mai hat Viacom CBS übernommen. Mit der Übernahmestrategie ist Viacom in den vergangenen Jahren vom fünftgrößten zum drittgrößten Medienkonzern aufgestiegen. Die Aktie legt vorbörslich an Wert zu.



Auch Qualcomm notiert vor Handelsstart stärker. Die Quartalszahlen des Handy-Technologie-Spezialist überzeugten die Analysten nur teilweise. Der Ausblick auf die Zukunft stimmt die Experten jedoch optimistisch. Mit einem Gewinn von 25 Cents pro Aktie wurden die Konsensschätzungen um einen Cent übertroffen. Die durchschnittlichen Umsatz-Erwartungen von 709 Millionen Dollar wurden hingegen mit 635 Millionen Dollar deutlich verfehlt. Doch die Zukunft sieht rosiger aus. Qualcomm bestätigte, dass die Umsatzerwartungen im ersten Quartal erfüllt würden. Das Unternehmen erwartet einen Absatz von rund 14 Millionen CDMA-Chips, drei Millionen mehr als im abgelaufenen Quartal. Weiter soll der Aufbau eines CDMA-Netzes in China bald beginnen.



United Parcel Service

ist zuversichtlich im nächste Jahr ein Umsatzwachstum von etwa zehn Prozent zu erreichen. Die Gewinne werden voraussichtlich um 15 Prozent steigen. Der größte Lieferservice plant, die Ausgaben um 33 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar zu erhöhen. Die zusätzlichen Mittel sollen vor allem für den Kauf von Flugzeugen, Fahrzeugen und Gebäuden verwendet werden. Wie Boeing mitteilt, hat UPS einen Auftrag über zwei Milliarden Dollar an den größten Flugzeughersteller vergeben. Dabei sollen Passagierflugzeuge in Frachtmaschinen umgebaut werden. Frischen Schwung soll das Weihnachtsgeschäft bringen. An Spitzentagen wird UPS voraussichtlich 19 Millionen Pakete pro Tag verschicken.



Bei Priceline dreht sich das Personalkarussell. Die Star-Finanzchefin Heidi Miller ist zurückgetreten. Der Schritt erfolgt im Anschluss an die jüngsten Quartalszahlen. Das Unternehmen lag sowohl mit dem Verlust von einem Cent pro Aktie und dem Umsatz von 341,4 Millionen Dollar im Rahmen der Erwartungen. Allerdings hat das Management einen Rückgang im Kerngeschäft, dem Verkauf von Flugtickets, gemeldet. Gleichzeitig warnte Priceline, der Umsatz werde im vierten Quartal sinken. Dabei ließ das Management offen, ob trotzdem das Ziel erreicht wird, im kommenden Quartal erstmals Gewinne auszuweisen. Nicht zuletzt gab Priceline die Entlassung von 87 Mitarbeitern, 16 Prozent der Belegschaft, bekannt - die eine Rückstellung im vierten Quartal nach sich ziehen werde. Die Priceline-Aktie brach daraufhin nachbörslich über 40 Prozent ein - der größte Tagesverlust der Firmengeschichte. Seit Jahresanfang hat der Titel über 86 Prozent an Wert verloren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%