Allianz gibt Zahlen am Mittwoch bekannt
Dresdner Bank erwartet keine rasche Verbesserung der Ertragslage

Nach einem Gewinneinbruch im ersten Halbjahr rechnet die Dresdner Bank auch in den kommenden Monaten nicht mit einem spürbaren Aufschwung.

dpa MÜNCHEN. "Kurzfristig gibt es keine Entlastung", sagte Dresdner Bank-Chef Bernd Fahrholz am Montagabend im Münchner Club Wirtschaftspresse. Mit einem Nachlassen des Drucks auf die Erträge durch die Börsenflaute sei nicht vor dem Frühjahr zu rechnen. Auch die schwache Konjunktur mache den Banken zu schaffen. "Die Einnahmen sprudeln nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben."

Schon im ersten Halbjahr war der Gewinn vor Steuern um 12,7 % auf 616 Mill. Euro (1,2 Mrd. DM) gesunken. Der Ergebnisrückgang wurde durch den Verkauf eines 300 Mill. Euro schweren Aktienpakets noch abgefedert. Seit Anfang August wird die Dresdner Bank bei der neuen Konzernmutter Allianz konsolidiert. Die Zahlen für das dritte Quartal gibt die Allianz an diesem Mittwoch (14. November) bekannt.

Bei den Mitarbeitern der Dresdner Bank ist die Zustimmung zu der Übernahme durch die Allianz nach Angaben von Fahrholz inzwischen gesunken. Während sich in einer Umfrage anfangs rund 80 % der Dresdner Bank-Mitarbeiter zustimmend geäußert hätten, seien es im August nur noch 70 % gewesen. Dennoch zeigte sich Fahrholz überzeugt von dem Allfinanzkonzept des verschmolzenen Konzerns. "Ich halte es für ein überzeugendes Geschäftsmodell der Zukunft." In den kommenden Jahren seien auch grenzüberschreitende Zusammenschlüsse denkbar. Die Allianz hatte die drittgrößte deutsche Bank formal im Juli übernommen und war damit zum größten deutschen Allfinanzkonzern aufgerückt.

Fahrholz setzt auf "Basel II"

Im Kreditgeschäft setzt Fahrholz große Hoffnungen auf die künftigen Kreditrichtlinien durch das Abkommen "Basel II". Durch die strengeren Maßstäbe für die Kreditvergabe lasse sich die Kreditsituation von Unternehmen wesentlich besser differenzieren. Die Dresdner Bank musste die Risikovorsorge für das Kreditgeschäft im ersten Halbjahr um 3,8 % auf 567 Mill. Euro aufstocken. Speziell im Ausland sei die Situation unbefriedigend. "An dieser Baustelle müssen wir arbeiten", sagte Fahrholz.

Um die Ertragskraft zu stärken, hatte die Dresdner Bank im September den Abbau von 7 800 Arbeitsplätzen angekündigt. Damit sollen die Verwaltungskosten um 1,3 Mrd. Euro reduziert werden. Die Stellenstreichungen stünden aber nicht in Zusammenhang mit der Übernahme durch die Allianz, betonte Fahrholz.

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