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Allianz gilt als Trumpf

Wer sich deutsche Versicherungsaktien anschaut oder nach Unternehmen fragt, die von der Riester-Reform profitieren, kommt an der Allianz vorbei.

Erst kam die Skepsis, dann die Begeisterung: Die Allianz hat die Experten weitgehend überzeugt, dass der Zusammenschluss mit der Dresdner Bank eine gute Idee ist. Analyst Trevor May von Salomon Smith Barney hat die AllianzAktie auf "outperform" (überdurchschnittliche Chancen) eingestuft und meint zu dem Zusammenschluss: "Nicht perfekt, aber er verbessert die Position." Die WestLB und Fox-Pitt, Kelton setzen das Papier auf "Kauf". Merrill Lynch stuft die Aktie im europäischen Vergleich zwar nicht als Favorit ein, gönnt ihr aber das Urteil "accumulate" (aufstocken).

Der Zusammenschluss der Vertriebswege gilt als gute Basis für einen erfolgreichen Vertrieb der neuen Riester-Policen und allgemein für Altersvorsorgeprodukte. Einschränkend wäre zu erwähnen, dass die Versicherung im Bereich der stark wachsenden fondsgebundenen Produkte bisher schwach vertreten ist, was sich jetzt aber offenbar ändern soll. Vielleicht noch wichtiger ist die gute Position der Allianz in der betrieblichen Altersvorsorge, die durch den Kundenstamm der Bank noch besser wird. Denn im betrieblichen Bereich wird die Riester-Reform kostengünstiger und damit einträglicher sein als auf der privaten Ebene.

Den Vorteil der Fusion gegenüber einer bloßen Kooperation benennt Carsten Zielke von der WestLB so: "Die können besser durchgreifen, wenn es nicht funktioniert." Der Nachteil: Die Fusion bindet mehr Kapital und ist daher wesentlich teurer als der Weg, den die Münchener Rück mit der Hypovereinsbank beschreitet (siehe Artikel rechts). Das Problem sehen nicht nur Aktienexperten. Auch Helmut Müller, der Chef der Deutschen Versicherungsaufsicht, hat Bedenken, ob wegen des Vertriebs gleich eine Bank gekauft werden muss. Sein Kommentar: "Wer einen Liter Milch braucht, kauft auch nicht gleich die ganze Kuh."

Die Allianz hat lange Zeit betont, sie wolle nicht ins Bankgeschäft einsteigen. Es liegt daher nahe, dass die Fusion auch der Not gehorcht, weil andere Projekte für die Dresdner Bank, an der die Allianz zu über 20 Prozent beteiligt war, nicht zu Stande kamen. Dieser Aspekt ist momentan weitgehend aus der Diskussion verschwunden.

Trotz gewisser Fragezeichen überwiegt aber zurzeit das Vertrauen in die Fähigkeit der Allianz, die Fusion zum Erfolg zu führen.fw/rl

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