Allianz hat kein Interesse: Interesse an Online-Broker Consors schwindet

Allianz hat kein Interesse
Interesse an Online-Broker Consors schwindet

Der geplante Verkauf des Nürnberger Direkt-Brokers Consors könnte möglicherweise doch schwieriger werden als gedacht. Die mit der Transaktion beauftragte Frankfurter Privatbank Metzler hat zwar inzwischen die Verkaufsunterlagen an die möglichen Interessenten verschickt. Offenbar schwindet jedoch das Interesse.

cbu MÜNCHEN. Der neue Chef der in einer konzertierten Banken-Aktion geretteten Schmidt-Bank, Paul Wieandt, will bis Ende März verkaufen.

Nach Angaben aus der Finanzbranche gilt ein Angebot des Allianz-Konzerns für Consors als ausgeschlossen. Über das Interesse der Münchener Versicherers wurde gestern an der Börse heftig spekuliert. Die Consors-Aktie hatte daraufhin am Neuen Markt um über 6 % auf fast zwölf Euro zugelegt. Die Allianz habe derzeit mit der Integration der Dresdner Bank genug zu tun, hieß es zur Begründung. Zudem werde derzeit die Konzern Advance Bank-Tochter mit dem Allianz-Finanzplaner verschmolzen. Eine Integration von Consors gilt vor diesem Hintergrund als schwierig. Ein weiteres Hindernis sei die unterschiedliche EDV-Plattform.

Bisher hatten unter den deutschen Großbanken die Hypo-Vereinsbank (HVB) und die Commerzbank Interesse an Consors signalisiert. Doch die Chance, dass die beiden Großbanken im Laufe eines möglichen Bietergefechts schnell aussteigen, gilt als groß. HVB und Commerzbank werden nur "Anstandsangebote" für Consors abgeben, ist sich auch West/LB-Analyst Johannes Thormann sicher. Als Interessenten gelten zudem die Postbanktocher Easy-Trade sowie Bieter aus dem Ausland, etwa die französische Fimatex. Consors selbst favorisiert einen ausländische Käufer, da die Bank dann als Einheit erhalten werden kann.

Das 65 %-Paket an Consors ist derzeit an der Börse etwa 350 Mill. Euro wert. Im vierten Quartal 2001 konnte trotz der quälenden Verkaufsdiskussion rund 10 000 Neukunden gewonnen werden. Als interessant gilt Consors wegen seines großen Kundenstamms. Die Direkt-Bank steckt aber tief in den roten Zahlen. Hinter den Kulissen wird verstärkt auf die Defizite, auch im Management-Bereich, hingewiesen. Damit, so die Hoffnung der Interessenten, soll der Kaufpreis für Consors weiter gedrückt werden.

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