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Allianz-Industriegeschäft soll bis 2003 profitabel werden

Der Versicherungskonzern will die Preise erhöhen und seine Kunden sorgfältiger auswählen. So sollen schwarze Zahlen in der Industriesparte erreicht werden.

dpa MÜNCHEN. Das defizitäre Industrie-Geschäft der Allianz soll durch höhere Preise und eine sorgfältigere Auswahl der Kunden bis zum Jahr 2003 profitabel werden. "Global gesehen ist dieser Bereich ein Wertvernichter", sagte der Chef der neuen Sparte "Allianz Global Risks" (AGR), Steve Schleisman, in München. Dabei müssten künftig auch die Erfahrungen aus den Terroranschlägen in den USA vom 11. September berücksichtigt werden. Der Allianz-Aktienkurs stieg um zeitweise mehr als zwei Prozent auf 265 ?.

Zum 1. Januar 2002 führt die Allianz ihr Geschäft mit der Versicherung von Firmenkunden in der neuen AGR zusammen. Damit weicht der Versicherungskonzern erstmals von seinem dezentralisierten Geschäftsmodell ab. In der Vergangenheit sei das Industriegeschäft zumindest teilweise von Prestigedenken motiviert gewesen, räumte Schleisman in einem am Freitag auf der Allianz-Internetseite veröffentlichten Interview ein. Die Verluste seien aber selbst für die Allianz nicht mehr tragbar: "Für jeden Euro, den wir einnehmen, verlieren wir weitere 40 Cent von diesem Euro."

In den vergangenen Monaten hatte die Allianz bereits Preiserhöhungen angekündigt. "Aber unsere Probleme sind viel grundsätzlicher", sagte Schleisman. Genauso wichtig sei die Kundenauswahl. "Wir möchten uns auf Kunden konzentrieren, die risikobewusst und offen für Veränderungen und neue Lösungen sind." Auch müssten Vertrag und Deckung genauer geprüft werden. "Wenn wir das zu Grunde legen, was wir aus dem 11. September gelernt haben, dann müssen unsere Verträge so eindeutig sein, dass sie keine unnötige Deckung bieten, die wir nicht quantifiziert oder berechnet haben."

Auch bei weniger Kunden werde sich der neue Kurs lohnen, sagte der Chef der Industrieversicherungen. "In den ersten neun Monaten dieses Jahres haben wir in einigen Ländern bereits Kunden verloren, nehmen aber trotzdem mehr Prämien ein." Dies zeige, dass die neue Linie vermittelbar sei.

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