Allianz: Kein Kommentar
Spekulationen um Beiersdorf

Der französische Kosmetikkonzern L'Oreal will einem Zeitungsbericht zufolge seinen deutschen Konkurrenten Beiersdorf für 13 Milliarden Euro übernehmen.

Reuters HAMBURG. Branchenkreise haben am Montag skeptisch auf einen Bericht in einer britischen Sonntagszeitung reagiert, wonach der französische Kosmetikkonzern L`Oreal den deutschen Konkurrenten Beiersdorf für 13 Milliarden Euro übernehmen wolle.

Aus dem Münchener Versicherer Allianz nahe stehenden Kreisen verlautete am Montag, es habe keine konkrete Anfrage des französischen Konzerns gegeben. "Es wäre ein Fehler anzunehmen, dass es da eine Offerte gibt, die gestartet wird", verlautete aus den Kreisen. Die Allianz ist mit 43,6 Prozent der größte Einzelaktionär des Hamburger Kosmetikherstellers. Bereits Mitte April hatte es aus Kreisen geheißen, die Allianz verhandele mit mehreren Interessenten über den Verkauf ihres Beiersdorf-Anteils.

Zu den jüngsten Zeitungsspekulationen wollte eine Allianz-Sprecherin auf Anfrage keinen Kommentar geben. Auch der französische L'Oreal-Konzern lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht der britischen Zeitung "Independent on Sunday" ab. Kreise aus dem Umfeld von L'Oreal bezweifelten indes die Akkuratheit des Berichts. Aus weiteren Kreisen aus dem Umfeld des Münchener Versicherers hieß es, der französische Marktführer im Haarpflegebereich habe nicht mehr als das übliche Bancheninteresse gezeigt. Sie würden von Zeit zu Zeit miteinander sprechen. "Aber so weit es mir bekannt ist, hat es sich dabei niemals um mehr als Branchengeplauder gehandelt... nichts von Bedeutung", verlautete aus den Kreisen.

Beiersdorf-Sprecher: Keine neuen Informationen

Die Hamburger Beiersdorf hat nach Angaben eines Sprechers von einem Übernahmeangebot des französischen L'Oreal-Konzerns für das Unternehmen in den vergangenen Tagen keine Informationen erhalten. "Uns ist seit Freitag nichts Neues bekannt", sagte ein Beiersdorf-Sprecher am Montag in Hamburg. Zudem gehe er davon aus, dass der Großaktionär Allianz das Unternehmen über einen möglichen Abschluss informieren würde. L'Oreal stehe gut alleine da, aber dies gelte auch für Beiersdorf.

Der französische Konzern sei besonders an den Hautpflege-Produkten wie der Marke Nivea interessiert, berichtete die britische Zeitung. Bei einer Übernahme würden beide Unternehmen andere Bereiche wie zum Beispiel medizinische Produkte ausgliedern, hieß es in dem Zeitungsbericht weiter. Einem Frankfurter Aktienhändler zufolge entspräche das L'Oreal-Angebot etwa 155 Euro je Beiersdorf-Aktie.

Beiersdorf-Aktie nach Bericht kräftig im Plus

In den vergangenen Monaten hatte es mehrfach Spekulationen über eine Veränderung des Aktionärskreises bei Beiersdorf gegeben. Als Interessent für eine Übernahme galt neben L'Oreal auch der US-Konzern Procter & Gamble. Zudem hatte im März die Tchibo-Holding Interesse an der Aufstockung ihres Beiersdorf-Anteils von derzeit knapp über 30 Prozent bekundet, nachdem die Zigaretten-Tochter Reemtsma für rund sechs Milliarden Euro verkauft worden war. Dazu hieß es aus Branchenkreisen am Montag, es sei verwunderlich gewesen, dass nicht Tchibo in dem Zeitungsartikel näher erwähnt worden sei, da das Unternehmen bereits deutlich gemacht habe, es wolle seinen Anteil weiter aufstocken. Der Chemie- und Kosmetikkonzern Henkel hatte zuletzt einer Beiersdorf-Übernahme eine Absage erteilt.

Die im M-Dax notierte Beiersdorf-Aktie legte an der Frankfurter Börse zeitweilig mehr als zehn Prozent zu. "Man muss jetzt zunächst abwarten, ob sich der Zeitungsbericht bestätigt", sagte ein Aktienhändler. Die Aktie werde jetzt nach oben gepusht und Leute versuchten, ein schnelles Schnäppchen zu machen. Die L'Oreal-Aktie lag in Paris zeitweilig im Minus. "Kurzfristig ist die Meldung eine Problem für die L'Oreal-Aktie, da dies eine so große Übernahme ist", sagte ein Händler in Paris. Langfristig wäre dies aber eine strategisch gute Sache, da Beiersdorf ein Wettbewerber sei.

Am Nachmittag lag die Beiersdorf-Aktie in Frankfurt 6,47 Prozent im Plus bei 133,89 Euro. An der Pariser Börse büßten L'Oreal 0,43 Prozent auf 81,65 Euro ein.

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