Allianz könnte zum Politikum werden
Northrop führt Allianz-Gespräche mit HDW

Der US-Rüstungskonzern Northrop Grumman Corp führt nach eigenen Angaben mit der Kieler Werft HDW Gespräche über eine mögliche strategische Allianz. Dabei gehe es um dieselbetriebene Unterseebote und andere Schiffe, sagte ein Nothrop-Sprecher am Montag.

rtr WASHINGTON. Er machte keine Angaben darüber, bis wann mit einer entsprechenden Vereinbarung zu rechnen sei. Aus unternehmensnahen Kreisen hieß es ferner, Northrop strebe entgegen anders lautender Berichte europäischer Medien keine finanzielle Beteiligung an HDW an.

Eine mögliche Allianz zwischen Nothrop und HDW könnte zum Politikum werden. So hatten die USA Taiwan die Lieferung von dieselbetriebenen U-Booten zugesagt. Da US-Rüstungsfirmen seit den fünfziger Jahren ausschließlich atomar betriebene U-Boote herstellen, könnte HDW Northrop hier Hilfestellung leisten. Waffenexporte nach Taiwan sind allerdings in Deutschland verboten. Aus den Nothrop nahe stehenden Kreisen hieß es auf die Frage, wie nützlich eine Allianz mit HDW sein könnte, sollte die Bundesregierung keine Waffenlieferungen nach Taiwan erlauben: "Wir schauen uns Bereiche von gegenseitigem Interesse an, die andere Plattformen einschließen."

Nothrop ist der weltgrößte Hersteller von Kriegsschiffen. Die Howaldswerke Deutsche AG-Werft (HDW) ist weltweit der einzige Anbieter von U-Booten mit nahezu lautlosem Brennstoffzellenantrieb, der ein Aufspüren der Boote erschwert.

Der US-Finanzinvestor One Equity Partners (OEP) hatte vergangene Woche die umstrittene Übernahme von 75 % an HDW vom bisherigen Mehrheitseigner Babcock Borsig und dem Toruristikkonzern Preussag vollzogen. One Equitiy Partners hatte zudem eine Option auf den Kauf der restlichen von Babcock gehaltenen 25 % plus eine Aktie für 331,1 Mill. Dollar erworben. Der US-Investor und Babcock-Aktionär Guy Wyser-Pratte, der die Trennung Babcocks vom lukrativen Schiffbau-Geschäft verhindern will, erwirkte derweil eigenen Angaben zufolge vor Gericht eine weitere Verfügung gegen die HDW-Übernahme. Wyser-Pratte zeigte sich zuversichtlich, "dass der Verkauf von HDW an One Equity Partners nicht gültig ist".

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