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Allianz Leben wächst stark im Neugeschäft

Die zum Allianz-Konzern gehörende Allianz Lebensversicherungs-AG hat das Neugeschäft im ersten Halbjahr 2002 um rund 30 % gesteigert und ist damit stärker gewachsen als der Markt. Bei den Produkten zur staatlich geförderten Altersvorsorge (Riester-Rente) blieb die Nachfrage jedoch verhalten.

rtr STUTTGART. Die Allianz Leben sei in der aktuell schwierigen Situation an den Kapitalmärkten als finanzstarkes Unternehmen im Vorteil, erklärte Gerhard Rupprecht, Vorstandschef des größten deutschen Lebensversicherers, am Donnerstag. Das Neugeschäft habe davon profitiert. So stiegen die Beiträge aus neu abgeschlossenen Verträgen in den ersten sechs Monaten um 29,2 % auf 1,2 Mrd. ?, während der Markt im gleichen Zeitraum um 13 % wuchs. Insgesamt stiegen die Beitragseinnahmen um 7,3 % auf 4,2 Mrd. ?. Mit knapp 480 000 verkauften Riester-Produkten lag dieses Geschäft unter den Erwartungen.

Die vom Allianz-Konzern im vergangenen Jahr übernommene Dresdner Bank habe zu der Steigerung des Neugeschäfts beigetragen, teilte die Allianz Leben mit. So seien in den Filialen der Dresdner Bank 12,6 % der neuen Verträge abgeschlossen worden - verglichen mit nur 3,3 % im Vorjahreszeitraum. Die Dresdner Bank bewährt sich rund ein Jahr nach der Übernahme damit vor allem als Vertriebsschiene für Versicherungen und Altersvorsorge-Produkte. Mit einem Verlust von 910 Mill. ? im zweiten Quartal hatte die Bank aber den gesamten Allianz-Konzern in die roten Zahlen gezogen.

Bewertungsreserven noch ausreichend

Trotz der drastisch gesunkenen Aktienkurse verfüge die Allianz Leben zur Jahresmitte über Bewertungsreserven von gut acht Prozent der Kapitalanlagen, erklärte der Versicherer. Die Kapitalanlagen legten gegenüber dem Vorjahr um 3,2 % auf 94,5 Mrd. ? zu. Die Allianz Leben habe vor allem den Anteil von Unternehmensanleihen im Portfolio weiter ausgebaut. Aktieninvestments machten nach Marktwerten noch 23,1 (Jahresende 2001: 24,7) Prozent der Kapitalanlagen aus.

Wegen der anhaltenden Börsenflaute müssen vor allem kleinere Lebensversicherer an ihre Reserven gehen, um ihren Kunden die gesetzlich garantierte Verzinsung von 3,25 % und die variable Überschussbeteiligung zu zahlen. Auch die Allianz Leben hatte angekündigt, bei einer weiteren Verschlechterung der Lage über eine Senkung der Überschussbeteiligung von derzeit 6,8 % nachzudenken. Um in Schwierigkeit geratenen Lebensversicherern unter die Arme greifen zu können, plant der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) eine Auffanglösung, an der sich auch die Allianz beteiligen will.

Verkauf von Riester-Produkten unter den Erwartungen

Unzufrieden äußerte sich die Allianz Leben über den Verkauf von Riester-Produkten. Die Allianz sei mit einem Anteil von 20 % in diesem Markt zwar gut positioniert. "Insgesamt war die Nachfrage jedoch bisher äußerst verhalten und bleib deutlich hinter den Erwartungen zurück", hieß es in der Mitteilung. Eigentlich hatte sich die Allianz Leben das Ziel gesetzt, in diesem Jahr 1,3 Mill. Riester-Produkte zu verkaufen. Der Konzern rechnet zwar im Herbst mit einer steigenden Nachfrage, "allerdings auf einem niedrigeren als dem ursprünglich erwarteten Niveau." Experten halten die von Bundesarbeitsminister Walter Riester (SPD) entwickelte staatlich geförderte Altersvorsorge zu kompliziert und bürokratisch.

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