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Allianz mit deutlichem Gewinnwachstum erwartet

vwd MÜNCHEN. Nach zwei schwierigen Jahren zeigen die Sanierungsmaßnahmen der Allianz AG ihre Wirkung. Analysten schätzen die Ertragskraft des Allfinanzkonzerns als deutlich verbessert ein und erwarten für 2005 eine Fortsetzung des Gewinnwachstums.

Schon im laufenden Jahr verdient die Allianz mehr: In den ersten neun Monaten verbuchte sie unter dem Strich mit 1,82 Mrd Euro nahezu 1,1 Mrd Euro mehr als im Vorjahr. Für das Gesamtjahr rechnet Analyst Konrad Becker von Merck Finck mit einem Gewinnanstieg auf 2,2 (Vj 1,61) Mrd Euro. Dieser Trend wird sich 2005 laut Analysten verstärkt fortsetzen, unter anderem dank eines erwarteten starken Ergebniswachstums bei der Tochter Dresdner Bank sowie der Umstellung der Bilanzierung auf IFRS.

Jahresüberschuss 2005 über 3,5 Mrd Euro prognostiziert

Becker stellt für das kommende Jahr einen Jahresüberschuss von 3,64 Mrd Euro in Aussicht: "Der größte Brocken kommt dabei aus dem Wegfall der regulären Goodwill-Abschreibungen". Die Allianz werde zudem von den massiven Kostensenkungen sowie dem Wegfall von Restrukturierungskosten bei der Dresdner Bank profitieren. Weiterhin positiv dürfte sich auch die Ertragssäule des Konzerns, die Schaden- und Unfallversicherung, entwickeln. In den vergangenen beiden Jahren hatte unter anderem der Börsencrash das Allianz-Ergebnis belastet, 2002 wurde sogar ein Verlust ausgewiesen.

Analyst: Ertragskraft der Allianz "dramatisch verbessert"

Nach Angaben des Merck-Finck-Analysten hat sich die Ertragskraft des Konzerns zuletzt "dramatisch verbessert". Dies macht sich auch beim Aktienkurs bemerkbar, der nach einem schwachen Sommer seit geraumer Zeit zulegt. Aber: "Trotz der überzeugenden Kursperformance in den letzten Monaten halten wir die Aktie noch immer deutlich für unterbewertet, insbesondere angesichts der überraschend starken Gewinnaussichten", betont Lucio Di Geronimo von der HypoVereinsbank (HVB).

Bei der Vorlage der jüngsten Quartalszahlen lehnte die Allianz eine konkrete Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr ab, hob jedoch die Ziele für die wichtigsten Sparten an. So soll in der Schaden- und Unfallversicherung die Schaden-Kosten-Quote (Combined Ratio) im Gesamtjahr nun auf dem Ende September erreichten Niveau von 93,2 Prozent gehalten werden. Zuvor war ein Zielwert von unter 97 Prozent in Aussicht gestellt worden. Laut Allianz verbessert sich mit jedem Prozentpunkt - auf Basis der Zahlen des vergangenen Jahres - der Nettogewinn um 370 Mio Euro. Auch im kommenden Jahr dürfte die Schaden-Kosten-Quote laut Analyst Becker unter 97 Prozent liegen.

Nicht ganz so positiv bewertet der Analyst die Aussichten für die Lebens- und Krankenversicherung, die im laufenden Jahr unter anderem von der auslaufenden steuerlichen Begünstigung von Lebensversicherungen profitiert. Anfang Dezember überschritt die Zahl der Neuverträge die Marke von einer Million. Damit wurde die Gesamtzahl aus dem Vorjahr von 975.000 bereits übertroffen. "Keiner weiß, wie sich der Wegfall der Steuerpriviliegen im kommenden Jahr auswirken wird", meint Becker. Zuversichtlich zeigt sich HVB-Analyst Di Geronimo mit Blick auf die Sparte Asset Management: "Wir rechnen 2005 mit einem substanziellen Ergebnisbeitrag zum Konzerngewinn".

Dresdner Bank wird 2005 wohl Kapitalkosten verdienen

Positive Nachrichten kamen zuletzt vom größten "Sorgenkind" des Konzerns. Nach dem dritten Quartalsgewinn in Folge erhöhte der Allfinanzkonzern Mitte November das Gewinnziel für die Dresdner Bank. Bei dem Institut wird nun für 2004 einschließlich der Restrukturierungskosten von bis zu 180 Mio Euro mit einem ausgeglichenen Ergebnis gerechnet. Die Analysten von Merck Finck und HVB sehen das Kreditinstitut nun auf gutem Weg, wie geplant im kommenden Jahr die Kapitalkosten zu verdienen. Dies entspricht nach Angaben von Controlling-Vorstand Helmut Perlet einem Gewinn von 650 Mio bis 700 Mio Euro.

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