Allianz mit Hongkonger China Mobile besiegelt
Vodafone gewinnt Wettlauf in Japan

Der britische Mobilfunkanbieter Vodafone hat seine weltweite Präsenz verstärkt: Der Konzern hat seinen Einstieg in China besiegelt und den eigenen Anteil an Japan Telecom aufgestockt. Damit entschied Vodafone den Kampf gegen British Telecom vorerst für sich und sicherte sich damit größeren Einfluss auf dem japanischen Mobilfunkmarkt.

fmd HB LONDON. Der britische Mobilfunkkonzern Vodafone Group Plc, Newbury, hat seinen Anteil an Japan Telecom Co. Ltd. von 15 % auf 25 % aufgestockt. Damit ist das Unternehmen nun größter Einzelaktionär der japanischen Festnetzgesellschaft und verfügt so indirekt über einen größeren Einfluss auf die äußerst profitable Mobilfunktochter J-Phone. Vodafone hat den Anteil für 1,35 Mrd. US-Dollar von dem US-Konzern AT&T Corp. in bar erworben. Das stellt im Vergleich zu dem Schlusskurs von Japan Telecom am Dienstag eine Prämie von knapp 37 % dar. Die Börse honorierte den Deal dennoch. Der Vodafone-Kurs stieg im Handelsverlauf um 4,11 % auf 196,5 Pence.

Der britische Konzern hat gestern ebenfalls den Einstieg bei dem größten chinesischen Mobilfunkanbieter China Mobile, Hongkong, besiegelt. Dieser gab im vergangenen Oktober für 2,5 Mrd. Dollar einen Anteil von 2 % an Vodafone ab und nahm die Briten als strategischen Partner mit an Bord. Nach dem Deal mit Japan Telecom ist Vodafones Konkurrent British Telecom Plc (BT) ins Hintertreffen geraten. BT hält zurzeit einen Anteil von 20 % an Japan Telecom und war ebenfalls an einer Aufstockung interessiert. Das Unternehmen hatte nach Ansicht von Branchenkennern gute Aussichten, zum Zuge zu kommen, da BT und AT&T, deren 10 % an Japan Telecom zum Verkauf stand, bereits in verschiedenen Bereichen zusammenarbeiten. Doch der britische Konzern ist knapp bei Kasse. Das Unternehmen hat Schulden von 30 Mrd. Pfund (47 Mrd. Euro).

AT&T trennte sich aus Wettbewerbsgründen von seinem Anteil an Japan Telecom, da das Unternehmen jetzt mit dem japanischen Mobilfunkriesen NTT DoCoMo kooperiert, dem Konkurrenten von Japan Telecom. Der amerikanische Konzern zog offenbar das höhere Angebot von Vodafone vor.

Der britische Konzern ließ erkennen, dass man an einer weiteren Aufstockung bei Japan Telecom interessiert sei. Erst im Dezember vergangenen Jahres erwarb der britische Mobilfunkanbieter für rund 2,5 Mrd. Dollar einen Anteil von 15 % an der japanischen Telekomgruppe. Die Investition ist von großer strategischer Bedeutung, da Japan Telecom die Mehrheit (54 %) an J-Phone Communications hält, dem drittgrößten japanischen Mobilfunkanbieter mit einem Marktanteil von 16,3 %. Nach dem neuen Deal kann Vodafone seinen indirekte Anteil an J-Phone von bisher 30 % auf 40 % steigern. "Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Japan Telecom, British Telecom und den japanischen Eisenbahngesellschaften in dem innovativen Markt", sagte Vodafone-Chef Chris Gent. Die japanischen Eisenbahngesellschaften sind ebenfalls Anteilseigner bei Japan Telecom.

In drei Monaten sollen in Japan die ersten Handys der neuen Mobilfunkgeneration (UMTS) auf den Markt kommen. J-Phone will bis Ende des Jahres entsprechende Geräte verkaufen. Damit können erstmals Erfahrungen mit der neuen Technologie gemacht werden. Die hohe Übertragungsgeschwindigkeit ermöglicht das Übermitteln von Videos und Musik in CD-Qualität. Japan verfügt über 63 Millionen Mobilfunkkunden.

Durch das Geschäft mit China Mobile ist Vodafone jetzt auch auf dem zweitgrößten Mobilfunkmarkt der Welt nach den USA vertreten. In China gibt es zur Zeit über 70 Millionen Handykunden. Bis 2005 erwarten Marktforscher 200 Millionen Mobilfunkteilnehmer. China Mobile und Vodafone haben vereinbart, bei Dienstleistungen, Managementfragen und Technologie enger zusammenzuarbeiten. Das Netzwerk von China Mobile deckt rund 48 % des Landes ab, in dem 1,2 Milliarden Menschen leben. Wie bei Japan Telecom ist Vodafone auch bei China Mobile daran interessiert, die Anteile weiter aufzustocken. "Wenn es Möglichkeiten gibt, werden wir sie nutzen", sagte Jeffrey Clark, verantwortlich für das Pazifik-Asien-Geschäft von Vodafone.

Nach dem Erfolg in Asien schauen die Anleger jetzt wieder nach Italien. Der geplante Verkauf der italienischen Festnetzgesellschaft Infostrada an den Energiekonzern Enel ist noch nicht perfekt. Die italienischen Wettbwersbehörden könnten auf Konzessionen bestehen, die Enel zum Rückzug veranlassen könnten, heißt es in Branchenkreisen. Die Kartellbehörde prüft den Deal voraussichtlich bis 11. März.



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