Allianz rutscht ins Minus
Dax scheitert an 3 000-Punkte-Marke

Belastet von schwachen US-Konjunkturdaten hat der Deutsche Aktienindex (Dax) am Freitag nicht wie von Marktteilnehmern erhofft die psychologisch wichtige Marke von 3000 Punkten knacken können. Im Mittelpunkt des Handels standen die Aktien des Finanzkonzerns Allianz, der am Morgen Quartalszahlen vorgelegt hatte.

rtr/vwd/dpa FRANKFURT. "Die Verbraucherpreise und die Baubeginne haben uns heute einen Strich durch die Rechnung gemacht", sagte ein Händler. "Daran kann auch das gestiegene Verbrauchervertrauen nichts ändern." Die US-Verbraucherpreise gingen im April überraschend deutlich zurück. Gleichzeitig fiel der Rückgang der Baubeginne stärker aus als erwartet. Dagegen stieg der von der Universität von Michigan ermittelte Index des US-Verbrauchervertrauens kräftiger als von Analysten vorhergesagt.

Nach Einschätzung von Börsianern können nach dem Schluss unter 3000 Punkten weitere Kursverluste des Dax nicht ausgeschlossen werden. Einige Börsianer äußerten sich dennoch optimistisch über die weiteren Aussichten der deutschen Aktienwerte und verwiesen auf die hohen Bargeldbestände zahlreicher institutioneller Anleger, die darauf warteten, in Aktien investiert zu werden.

Der Dax schloss am Freitag 0,01 % tiefer bei 2989 Zählern und blieb damit in der abgelaufenen Woche per saldo praktisch unverändert. Der Nebenwerte-Index MDax stieg dagegen um 0,41 % auf 3332 Punkte. Der Technologie-Index TecDax erhöhte sich um 0,29 % auf 399 Zähler.

Die Aktien der Allianz lagen zu Handelsschluss 0,22 % im Plus bei 67,35 ?. Zuvor hatten allerdings sie in der Hoffnung auf eine Ergebnisverbesserung im laufenden Quartal bis zu 3,4 % zugelegt. Für das erste Quartal hatte die Allianz einen Konzernverlust von 520 Mill. ? ausgewiesen, der deutlich über den Analystenerwartungen lag. Für etwas Belastung sorgte ein Bericht des "Platow Brief". Danach gibt es Gerüchte, dass von Merrill Lynch und Goldman Sachs ein Versuch gestartet werden könnte, die Allianz-Aktie in Richtung ihres historischen Tiefs zu treiben.

Auf der Gewinnerseite standen dagegen die Titel von MLP, die sich um 3,65 % auf 11,35 ? verteuerten. Das Papier profitiere von der Entscheidung der Deutschen Börse, den Finanzdienstleisters wie erwartet im Auswahlindex zu belassen, sagten Marktteilnehmer. In der Vergangenheit hatte die Sorge vor einem Dax-Abstieg immer wieder Verkäufe von MLP-Aktien ausgelöst.

Anschlusskäufe stützten Infineon, die um 1,6 Prozent auf 7,14 Euro vorrückten. Der US-Fonds Fidelity hatte kürzlich mitgeteilt, seinen Anteil an Infineon auf über fünf Prozent erhöht zu haben

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Aktien der Deutschen Telekom unterbrachen am Nachmittag ihren Aufwärtstrend und büßten 0,81 % auf 12,30 ? ein. Nach den überraschend positiven Quartalszahlen vom Donnerstag äußerten sich die Analysten von Goldman Sachs, Credit Suisse First Boston und Morgan Stanley positiv zu dem Titel.

Am Rentenmarkt gewann der Rex 0,08 % auf 119,84 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,2 % auf 116,92 Zähler. Die Umlaufrendite fiel auf 3,57 (Donnerstag: 3,59) Prozent. Der Kurs des Euro ist am Freitag gestiegen. Die Europäische Zentralbank EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1492 (1,1458) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8702 (0,8728) Euro.

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