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Allianz setzt beim E-Business auf Einsparungen

Die Allianz AG sieht nur wenig Potenzial im Verkauf von Versicherungen an Privatkunden über das Internet, will durch die konzernweite Vernetzung aber erhebliche Kosten einsparen.

Reuters MÜNCHEN. "Nur rund 0,3 % aller Internet-Nutzer kaufen Versicherungen online. Das liegt deutlich unter den Erwartungen, die man mal gehabt hat", sagte Markus Müller, der für die E-Business-Strategie der Allianz verantwortlich ist, am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Rund 20 bis 30 % würden sich allerdings Informationen über die Produkte im Internet besorgen und die Versicherung dann beim Vertreter abschließen. Deshalb sei der Online-Vertrieb wichtig. "Man kann im Internet aber nur dann erfolgreich sein, wenn man das Internet als zusätzlichen Kanal benutzt", sagte Müller.

2000 und 2001 investierte der nach Marktkapitalisierung weltweit größte Versicherer den Angaben zufolge jeweils einen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag in die Internet-Fähigkeit seiner globalen Gesellschaften. In vier bis fünf Jahren würden die Einsparungen die Ausgaben übersteigen, sagte Müller. "Unsere Investitionen müssen sich rechnen."

Im Laufe des Jahres sollen Privatkunden in Deutschland alle standardisierten Versicherungen wie Haftpflicht, Rechtsschutz oder Hausrat der Allianz online abschließen können. Auf die Kfz-Versicherungen müssten die Internet-Nutzer bis zum Jahresende warten. Damit ist die Allianz im Vergleich zu Konkurrenten wie dem französischen Axa-Konzern eher spät dran. Dass die Allianz erst zögerlich auf die Internet-Euphorie reagiert hat, wertet Müller im Nachhinein als Vorteil: "Das ganze Business-to-Consumer-Geschäft hat man überschätzt." Ein höheres Potenzial sehe er aber beim Online-Vertrieb von Versicherungen an Firmenkunden (Business-to-Business).

Rund 180 Gesellschaften, die in 72 Ländern zum Teil unter eigenem Markennamen auftreten, soll der E-Business-Stratege Müller vernetzen, um durch die elektronische Abwicklung bestimmter Prozesse und den schnelleren Wissensaustausch Kosten zu sparen. Rund 80 % der Töchter haben eine Internet- Homepage. Etwa 60 % gelten im Allianz-Jargon als "web-enabled" und bieten zum Beispiel Online-Produkte an. In zwei bis drei Jahren soll dieser Anteil nach den Plänen Müllers auf 80 % steigen. Die Aufgabe seines Teams sei es dabei vor allem, den einzelnen Gesellschaften die Mittel und das Know-How an die Hand zu geben, die Internet-Anbindung aufzubauen und den Ausbau des E-Business zu koordinieren.

"Es gibt in der Allianz-Gruppe einige Vorreiter beim E-Business, von deren Erfahrungen alle lernen können", sagt Müller. So betreibt die italienische Allianz-Tochter RAS eine Autobörse im Internet, um wertvolle Informationen über das Kaufverhalten der Kunden zu erhalten und den Käufern per Mausklick gleich die passende KfZ-Versicherung anzubieten. "Das läuft sehr erfolgreich und soll auch bald in Deutschland übernommen werden", sagte Müller. Die britische Cornhill Direct betreibt unterdessen den Policen-Verkauf über das interaktive Fernsehen. "Da werden direkt hinter der Hundefutter-Werbung Krankenversicherungen für Haustiere angeboten."

Zur Integration der Dresdner Bank, die der Versicherer komplett übernehmen will, in die Internet-Strategie der Allianz wollte Müller keine konkreten Angaben machen. Es gebe Überlegungen, aber noch keine Entscheidungen, weil man erst am Anfang stehe, sagte er. Vorstellbar wäre unter anderem, die Produkte über eine gemeinsame Homepage zu vertreiben oder prominente Links zum jeweils anderen Internet-Auftritt einzurichten. Lernen könne die Allianz auch hier von der französischen Tochter AGF oder der italienischen RAS, die beide eine Onlinebanking betreiben.

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