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Allianz sieht Trend zur Namensaktie

Deutsche Aktiengesellschaften werden nach Einschätzung des Aktienregistrierers Adeus ihre Beziehungen zu Privatanlegern zunehmend durch die Ausgabe von Namensaktien stärken.

dpa MÜNCHEN. Deutsche Aktiengesellschaften werden nach Einschätzung des Aktienregistrierers Adeus ihre Beziehungen zu Privatanlegern zunehmend durch die Ausgabe von Namensaktien stärken.

Eine vollelektronische Abwicklung ermögliche den Unternehmen inzwischen unter anderem einen besseren Kontakt zu Privataktionären und erleichtere den Anteilseignern die Wahrnehmung ihrer Stimmrechte bei Hauptversammlungen, sagte Adeus-Geschäftsführer Klaus Schmidt der dpa in München. "Wir gehen davon aus, dass das Geschäft mit Namensaktien weiter anspringt."

Im Gegensatz zu Inhaberaktien werden die auf den Aktionär ausgeschriebenen Namensaktien in einem Aktienregister geführt. Darin sind auch Geburtsdatum und Adresse des Anteilseigners sowie die Stückzahl der gehaltenen Aktien verzeichnet. Damit böten sie den Unternehmen mehr Einblick in die Aktionärsstruktur, sagte Schmidt. Adeus ist ein Joint Venture von Allianz, Dresdner Bank, Münchener Rück und der Firma CSC Ploenzke und betreut sowohl für seine Gesellschafter als auch andere Unternehmen wie die Deutsche Telekom oder Lufthansa Aktienregister. Dazu gehört auch die Abwicklung von Hauptversammlungen oder von Kapitalmaßnahmen der Unternehmen.

Bei der Allianz habe sich der Anteil von Privatanlegern in den vergangenen acht Jahren vervielfacht, sagte Schmidt. Rund 555 000 Aktionäre hat das Unternehmen, der größte Teil davon sind Privatanleger, die zusammen rund 16,5 % des Aktienkapitals der Allianz halten. "Das wirkt sich auch stabilisierend aus angesichts der Volatilität der Kapitalmärkte", sagte Schmidt. "Wenn wir sehen, dass bei anderen Unternehmen Aktionäre abspringen, können wir das für die Allianz so nicht bestätigen." Selbst der durch den 11. September ausgelöste Börsen-Schock habe nicht zu einer Abwanderung geführt.

Mit insgesamt sechs Mill. verwalteten Aktionären sieht sich Adeus als Marktführer in Deutschland. Das Unternehmen hat einen Jahresumsatz im oberen einstelligen Millionen-Euro-Bereich und arbeitet nach Angaben von Schmidt profitabel. Für die weitere Geschäftsentwicklung zeigte er sich optimistisch. "Wir sind zuversichtlich, dass wir das eine oder andere Mandat bekommen und das bereits in diesem, insbesondere aber im kommenden Jahr", sagte Schmidt. Knapp die Hälfte der 30 im Deutschen Aktienindex DAX gelisteten Unternehmen verfüge über Namensaktien, doch werde die Zahl steigen.

Die Reihe geplatzter Börsengänge sowie die Stimmung am Kapitalmarkt hätten das Geschäft von Adeus beeinflusst, räumte Schmidt ein. "Wir haben schon gespürt, dass die Unternehmen abwarten. Für die Zukunft bin ich jedoch optimistisch. Der Trend geht eindeutig zur Namensaktie." Er rechne damit, dass sich die Situation mit der erwarteten Konjunkturbelebung und der Erholung an den Kapitalmärkten wieder bessere.

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