Allianz trotzt dem negativen Trend
Finanztitel schicken Dax auf Talfahrt

Kräftige Kursverluste bei einigen Finanzwerten wie der Commerzbank oder MLP haben den Deutschen Aktienindex (Dax) zu Wochenbeginn auf den tiefsten Stand seit sechs Jahren gedrückt.

Reuters FRANKFURT. "Die Stimmung ist nach wie vor schlecht. Wir brauchen endlich positive Unternehmensnachrichten, damit die Anleger wieder in Aktien investieren", kommentierten Händler den lustlosen Handel. Nach wie vor belasteten zu viele politische und wirtschaftliche Unsicherheiten das Geschehen. Im Mittelpunkt der Sitzung standen vor allem die Finanztitel. Die Aktien des Finanzdienstleisters MLP markierten ein Allzeittief, die Titel der Commerzbank fielen auf den tiefsten Stand seit rund 20 Jahren. Gegen den Trend stemmten sich die Allianz-Papiere.

Dax fällt im Verlauf auf Sechs-Jahrestief

Der Dax schloss am Montag rund 1,7 Prozent schwächer bei 2667 Punkten, nachdem er zuvor bei 2621 Zählern auf den tiefsten Stand seit September 1996 gefallen war. Von den 30 Blue Chips verließen lediglich Allianz, Daimler-Chrysler, VW und BASF den Handel mit Kursgewinnen. Der Nebenwerteindex MDax verlor 1,7 Prozent auf 2793 Zählern. Der Auswahlindex Nemax 50 gab 1,3 Prozent auf 311 Punkte nach.

Am Vormittag veröffentlichte Konjunkturdaten wirkten sich kaum auf das Marktgeschehen aus. Den Angaben des Bundesfinanzministeriums zufolge stieg der Auftragseingang in der deutschen Industrie im August im Vergleich zum Juli um 1,7 Prozent. Analysten hatten dagegen im Schnitt mit einem Minus von 0,4 Prozent gerechnet. "Das hat den Markt ein bisschen von seinen Tiefs hier nach oben geholfen," sagte ein Händler.

Die Titel des Finanzdienstleisters MLP führten mit einem Abschlag von elf Prozent auf 6,15 Euro die Verliererliste an. Zeitweise markierte die Aktie bei 5,62 Euro ein Allzeittief. "Hier belasten die neuen Vorwürfe über Bilanzmanipulationen", sagte Helaba-Aktienhändler Christian Schmidt. MLP wies einen Bericht des Nachrichtenmagazin "Focus" zurück, wonach die MLP-Bilanz des Jahres 2001 mit einer Provision von 60 Millionen Euro für eine Lebensversicherung manipuliert worden sein könnte. MLP ist zudem wegen des Verdachts der Kursmanipulationen ins Visier der Wertpapieraufsicht geraten. "Im Raum stehen auch Kurs- und Marktmanipulationen", sagte eine Sprecherin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin).

Commerzbank markiert tiefsten Stand seit 20 Jahren

Andauernde Spekulationen über Liquiditätsprobleme und mögliche Verluste im Handel mit Kreditderivaten belasteten die Titel der Commerzbank weiter. Die Papiere markierten mit 5,42 Euro den tiefsten Stand seit rund 20 Jahren. Die Commerzbank bekräftigte am Montag, es gebe weder Liquiditätsprobleme noch Schwierigkeiten im Derivatehandel. In einem Reuters-Interview schloss Vorstandsmitglied Mehmet Dalmann eine Kapitalerhöhung aus. Analyst Konrad Becker von der Privatbank Merck Finck sagte: "Die Gerüchte und die daraus resultierenden Kursverluste reflektieren die Angst der Investoren, dass die Bank vor größeren Problemen stehen könnte."

Allianz stemmt sich gegen den Trend

Gegen den negativen Trend der Finanzdienstleister stemmte sich die Allianz. Die Aktien des Allfinanzkonzerns gingen mit einem Plus von rund 0,4 Prozent auf 79,60 Euro aus dem Handel. Händler führten den Kursanstieg auf Äußerungen von Allianz-Leben-Chef Gerhard Rupprecht zurück, wonach der Lebensversicherer trotz der Börsenkrise derzeit keinen Anlass sieht, Aktien zu verkaufen.

Kaum Auswirkungen auf den Aktienkurs hatte die Ankündigung der Deutschen Telekom, mit drei Bietern abschließend über den Verkauf ihrer verbliebenen sechs TV-Kabelnetze zu verhandeln. Zuvor hatte Post-Chef Klaus Zumwinkel einen Wechsel an die Spitze des Telekomkonzerns ausgeschlossen. Die T-Aktie verlor über 3,6 Prozent, die Deutsche Post lag 5,6 Prozent im Minus.

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