Allianz- und Cobank-Titel profitieren
Finanzwerte steigen nach BNP-Einstieg bei Credit Lyonnais

Nach dem Einstieg der französischen Großbank BNP beim Konkurrenten Credit Lyonnais (CL) haben die Aktien der beiden deutschen CL-Anteilseigner Allianz und Commerzbank am Montag zu den Gewinnern in einem kaum veränderten Gesamtmarkt gehört.

Reuters FRANKFURT. BNP Paribas hatte am Wochenende den knapp elfprozentigen Staatsanteil an CL gekauft und dabei einen Aufschlag auf das jüngste Kursniveau von rund 50 % gezahlt. Am Montag verteuerten sich die CL-Papiere um 24 % auf 48,44 Euro. "Die Aktien von Allianz und Commerzbank profitieren von den Kursgewinnen bei Credit Lyonnais (CL) , da beide an der Bank beteiligt sind", sagte Metehan Sen, Bankenanalyst beim Bankhaus Sal. Oppenheim. Die Aktien der Allianz, die rund 10 % an CL hält, verteuerten sich um 1,7 % auf 114,95 Euro. Die Dividendenpapiere der Commerzbank, die rund 3,5 % an CL besitzt, zogen um ein Prozent auf 8,27 Euro an.

Mit dem Einstieg von BNP bei CL könnte eine weitere Runde in der Konsolidierung des französischen Bankensektors eingeläutet werden. Der Credit Lyonnais war in Deutschland vor allem durch den Kauf der ehemals gewerkschaftseigenen Bank für Gemeinwirtschaft (BfG) bekannt geworden. Im Rahmen der Sanierung veräußerte der CL seine deutsche Tochter an die schwedische SEB.

"Der Aufschlag, den BNP beim Kauf der CL-Papiere gezahlt hat, zeigt, dass Banken wie die HypoVereinsbank (HVB) und die Commerzbank unterbewertet sind", kommentierte ein Frankfurter Aktienhändler die Ereignisse. Beide Banken sind ähnlich wie der CL stark im Filialgeschäft in der Fläche. Die HVB-Papiere gewannen am Montag 1,15 % auf 15,87 Euro. "Außerdem gibt es einige vage Spekulationen um eine fortschreitende Konsolidierung in der Branche auch in Deutschland", sagte ein anderer Börsianer. Sen hält dies aber für zu weit hergeholt. "Das ist derzeit eine rein französische Geschichte", sagte er. In Deutschland wäre seiner Einschätzung nach die Commerzbank ein Teil einer solchen Neuordnung. "Die Anteilseigner der Bank werden aber auf diesem Kursniveau wohl nicht verkaufen", sagte er.

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