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Allianz verhandelt weiter über Beiersdorf

Der Münchener Finanzkonzern Allianz führt nach Informationen aus Kreisen weiter Verhandlungen mit mehreren Interessenten über einen Verkauf seines Anteils am Kosmetikkonzern Beiersdorf.

Reuters MÜNCHEN. "Es werden weiter Gespräche mit verschiedenen Interessenten geführt", hieß es am Montag aus mit den Verhandlungen vertrauten Kreisen. "Nach wie vor ist alles offen". Die "Financial Times Deutschland" hatte indes berichtet, die Allianz würde derzeit ausschließlich mit der Tchibo-Holding verhandeln. Mit anderen Interessenten liefen die Kontakte "auf Sparflamme", hieß es. Die Allianz, die mit einem Anteil von 43,6 Prozent größter Aktionär der Hamburger Beiersdorf AG ist, wollte sich zu dem Thema nicht äußern. "Es ist Politik des Hauses, zu Spekulationen keine Stellungnahme abzugeben", sagte eine Allianz-Sprecherin.

Die mit knapp über 30 Prozent an Beiersdorf beteiligte Hamburger Familie Herz bekundete Anfang März Interesse an einer Erhöhung des eigenen Anteils, nachdem die Zigaretten-Tochter Reemtsma für rund sechs Milliarden Euro verkauft worden war. Interesse an einer Übernahme von Beierdorf oder Teilen des Konzerns haben nach Angaben aus Unternehmenskreisen auch der französische Kosmetikhersteller L'Oreal und der US-Konkurrent Procter & Gamble.

Im Gegensatz zum Altaktionär Tchibo müssten L'Oreal oder andere Käufer wegen gesetzlicher Verpflichtungen neben den Allianz - und Tchibo-Paketen auch alle außenstehenden Aktien erwerben. Dadurch könnte die Übernahme einschließlich eines Paketaufschlags nach Angaben aus Beiersdorf-Kreisen bis zu 15 Milliarden Euro kosten. Der Chemie- und Kosmetikkonzern Henkel hatte zuletzt einer Übernahme von Beiersdorf eine Absage erteilt.

Die "Financial Times Deutschland" berichtete unter Berufung auf Branchenkreise indes über "exorbitante Preis-Vorstellungen" der Allianz für ihr Beiersdorf-Paket. In der Diskussion sei ein Aufschlag von bis zu 40 Prozent auf den Börsenwert von Beiersdorf, wodurch der Finanzkonzern knapp sieben Milliarden Euro für sein Aktienpaket bekommen würde.

Der im Nebenwertesegment MDax gelistete Kosmetikhersteller mit seinen Marken wie Nivea, Labello und Tesa erwirtschaftete im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von mehr als 4,54 Milliarden Euro einen Gewinn vor Steuern und Zinsen von 466 Millionen Euro. An der Börse lagen die Beiersdorf-Aktien zu Wochenbeginn rund ein Prozent im Plus bei 136,35 Euro.

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