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Allianz will Dresdner Bank 300 000 neue Kunden verschaffen

Der Finanzriese Allianz will seiner Tochter Dresdner Bank über die wechselseitige Vertriebskooperation im kommenden Jahr einen Kunden-Schub verschaffen.

dpa-afx MÜNCHEN. Der Finanzriese Allianz will seiner Tochter Dresdner Bank über die wechselseitige Vertriebskooperation im kommenden Jahr einen Kunden-Schub verschaffen. Die Voraussetzungen für den Vertrieb von Bankprodukten über mehr als 10 000 Versicherungsagenturen seien geschaffen, sagte der Chef der Allianz Versicherung, Reiner Hagemann, in einem dpa-Gespräch in München. "Das haben wir uns vorgenommen - und das ist ein Quantensprung - für das kommende Jahr 300 000 Kunden für die Dresdner Bank Gruppe einzuwerben." Derzeit habe die Bank knapp fünf Millionen Kunden.

Nachdem die Allianz-Agenturen bereits jahrelange Erfahrungen im Fondsverkauf gesammelt hätten, sei das Angebot nun auf Konten und Kreditkarten sowie auf persönliche Kredite ausgedehnt worden. Umgekehrt habe auch die Dresdner der Allianz Sachgruppe mittlerweile über 230 000 zusätzliche Versicherungsverträge gebracht, sagte Hagemann. Nach geplanten Beitragseinnahmen von rund 100 Mill. Euro im Schaden- und Unfallgeschäft über diesen Vertriebsweg in diesem Jahr solle das Beitragsvolumen 2005 um 40 bis 50 Mill. Euro steigen. "Wir wollen im nächsten Jahr diese Schiene gemeinsam mit der Bank weiter forcieren."

Für die Allianz Sachgruppe Deutschland erwartet Hagemann 2004 ein leichtes Plus der Beitragseinnahmen von etwa einem Prozent. "Wir haben weiter rückläufige Schäden im Autobereich zwischen sechs und sieben Prozent", sagte Hagemann. "Und wir haben Glück mit dem Wetter, wobei man natürlich nicht weiß, ob noch in den letzten Tagen des Dezembers irgendwas größeres an Sturmereignissen passiert." Zudem gab es deutlich weniger Großschäden in der Industrie. "Die drei Faktoren zusammen bringen uns auf ein versicherungstechnisches Ergebnis in einer Größenordnung von 250 bis 300 Mill. Euro."

Das Gesamtergebnis vor Steuern werde auf Grund von Sondereffekten im Kapitalanlagebereich das zweitbeste der Sachgruppe in den letzten zehn Jahren sein. In Branchenkreisen wird ein Gewinn vor Steuern erwartet, der deutlich über den 625 Mill. Euro des vergangenen Jahres liegen könnte.

Zum Halbjahr hatte Hagemann zur Reduzierung der Kosten auch im Personalbereich weitere Einsparungen angekündigt. Bis Ende 2007 werden einige Nebenstandorte aufgegeben. Davon sind rund 500 Innendienst-Beschäftigte betroffen. Die Zahl der angestellten Außendienstler habe sich zudem 2004 um 600 auf 10 400 verringert.

Durch die niedrigen Auto-Unfallzahlen und entsprechend höhere Schadenfreiheitsrabatte für die Kunden rechnet die Allianz für das kommende Jahr mit Prämien-Mindereinnahmen von rund 100 bis 150 Mill. Euro in ihrem wichtigsten Geschäftsfeld. "Wenn wir wachsen wollen, müssen wir dieses Volumen durch Wachstum in anderen Bereichen kompensieren." Für die Preise in der Kfz-Versicherung zeichne sich auch bei vielen Wettbewerbern eine eher rückläufige Entwicklung ab.

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