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Allianz will Industriegeschäft 2003 wieder profitabel machen

Mit einer neuen Struktur und dem Verzicht auf bestimmte Kunden will die Allianz AG ihr defizitäres Geschäft mit Industrieversicherungen binnen zwei Jahren weltweit wieder in die schwarzen Zahlen führen.

rtr MüNCHEN. Erstmals habe die Allianz dazu eine globale Einheit, Allianz Global Risks (AGR) gegründet, die ab Januar für die Industrieversicherungen verantwortlich sein werde, sagte deren Leiter Steve Schleisman in einem am Freitag auf der Internetseite (www.allianz.com) des Konzerns veröffentlichten Interview. Bis auf das Jahr 1997 habe die Allianz in der Sparte stets Geld verloren. "Für jeden Euro, den wir einnehmen, verlieren wir weitere 40 Cent. Selbst für die Allianz ist das nicht tragbar", sagte Schleisman.

Die Industrieversicherungen sei der einzige Bereich, in dem die Allianz angesichts der Verluste von dezentralen Strukturen im Konzern abweiche, sagte der AGR-Chef. In der Vergangenheit hätten die guten Ergebnisse anderer Versicherungssparten in den einzelnen Märkten das schlechte Abschneiden bei Industriekunden verdeckt. Die Allianz hat nach den Anschlägen vom 11. September bereits zum Teil drastische Preiserhöhungen für Industriekunden angekündigt. "Unsere erste Priorität ist es, unsere Verluste zu stoppen", erklärte der neue Bereichschef.

Die Allianz werde ihre Kunden künftig genauer auswählen. Sie müssten risikobewusster werden und für Veränderungen offen sein, sagte Schleisman. Dazu gehörten angemessene Preise und höhere Selbstbehalte. Gleichzeitig sollten die Risiko-Deckungen enger gefasst werden. "Wenn wir (...) aus dem 11. September gelernt haben, dann müssen unsere Verträge so eindeutig sein, dass sie keine unnötige Deckung bieten, die wir nicht quantifiziert oder berechnet haben", so Schleisman. In dem neuen Bereich seien für die Allianz 1500 Mitarbeiter tätig.

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