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Allianz will Vorstandsgehälter offen legen - künftig Einzelausweis

Der Versicherungskonzern Allianz will die Gehälter seiner Top-Manager künftig einzeln ausweisen. Erstmals sollten die Vorstandsbezüge im Geschäftsbericht 2004 individuell offen gelegt werden, teilte das Unternehmen am Donnerstag in München mit. Die Offenlegung sei auf Initiative des Vorstandes und gemeinsam mit dem Aufsichtsrat einvernehmlich beschlossen worden.

dpa-afx MÜNCHEN. Der Versicherungskonzern Allianz will die Gehälter seiner Top-Manager künftig einzeln ausweisen. Erstmals sollten die Vorstandsbezüge im Geschäftsbericht 2004 individuell offen gelegt werden, teilte das Unternehmen am Donnerstag in München mit. Die Offenlegung sei auf Initiative des Vorstandes und gemeinsam mit dem Aufsichtsrat einvernehmlich beschlossen worden.

Mit der Entscheidung des Dax-Schwergewichts Allianz könnte der Druck auf andere Großkonzerne wachsen. Der von einer Regierungs-Kommission um Gerhard Cromme ausgearbeitete "Corporate Governance Kodex" zur guten Unternehmensführung hatte den Einzel-Ausweis empfohlen.

Variable Gehaltsbestandteile UND Pensionsansprüche

Künftig sollen bei der Allianz neben den Fixgehältern auch die variablen Gehaltsbestandteile und Pensionsansprüche einzeln ausgewiesen werden. Vorstandschef Michael Diekmann hatte sein eigenes Fixgehalt vor kurzem auf 900 000 ? beziffert. Für alle elf Vorstände waren bei der Allianz für das vergangene Jahr einschließlich variabler Bezüge 23 Mill. ? aufgewendet worden.

Bislang weisen die Unternehmen im Deutschen Aktienindex Dax überwiegend die Gehälter ihrer Spitzenmanager als Gesamtsumme aus oder legen zusätzlich lediglich die Bezüge des Vorstandsvorsitzenden einzeln offen. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) hatte gedroht, die Pflicht zur Veröffentlichung der einzelnen Bezüge notfalls per Gesetz festzuschreiben.

Transparenz

Mit der Entscheidung komme das Unternehmen dem Wunsch des Marktes nach mehr Transparenz nach, sagte Rainer Schätzle, bei der Allianz zuständig für das Bezüge-System. Bereits seit 1999 lege die Allianz beispielsweise die Aufwendungen für Aktien-Optionsprogramme offen, obwohl dies für europäische Unternehmen erst vom kommenden Jahr an verpflichtend sei.

"Für die Allianz kann ich klar sagen, dass die Vergütungen angemessen sind", meinte Schätzle. Spitzenmanager stünden unter hohem Leistungsdruck und müssten auch mit der vorzeitigen Auflösung ihrer Verträge im Falle ausbleibender Erfolge rechnen. Im vergangenen Geschäftsjahr habe die durchschnittliche Vergütung der Allianz-Vorstände im Schnitt der 30 Dax-Unternehmen gelegen.

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