Allianz zahlt weniger als bei Dresdner-Übernahme
Dresdner Bank: Kurs steigt nach Abfindungsangebot

Ob Minderheits-Aktionäre der Dresdner Bank gegen die Squeeze-out-Pläne des Mehrheits-Eigners Allianz vorgehen, ist noch offen. Die Bank-Aktie hatte indes mit einem Sprung nach oben reagiert.

HB/mwb MÜNCHEN. Der Aktienkurs der Dresdner Bank hat am Freitag auf das Abfindungsangebot der Allianz-Gruppe an die Minderheitsaktionäre der übernommenen Bank mit einem kräftigen Kurssprung um 7 % auf 51,50 Euro reagiert. Damit haben die Titel das Niveau des Abfindungsangebots erreicht. Am Vortag hatten die Titel bei 48,20 Euro geschlossen. Die Allianz bezahlt damit an die Minderheitsaktionäre weniger als bei der Übernahme im vergangenen Jahr, als umgerechnet 53,13 Euro je Aktie bezahlt wurden. Die Allianz wollte nicht das ursprüngliche Umtauschverhältnis bezahlen, was sie bis zum 23. Januar ohne Wertgutachten hätte tun können. Carsten Zielke, Analyst der WestLB Panmure, sieht nach eigenen Angaben nun die Gefahr, dass Minderheitsaktionäre gegen das Wertgutachten klagen könnten. "Der Preis ist in Ordnung", meinte dagegen ein Frankfurter Aktienhändler. Er liege deutlich über den letzten Aktienkursen, erklärte eine Konzernsprecherin. Die Allianz will die restlichen Aktien der Dresdner Bank im Rahmen eines so genannten "Squeeze Out" (Zwangsauskauf der Restaktionäre) erwerben. Noch befinden sich rund 2,8 % des Kapitals oder 16 Mill. Aktien im Streubesitz. Den Konzern wird der Kauf 820 Mill. Euro kosten. Der Beschluss zum Ausschluss der Minderheitsaktionäre soll auf der Hauptversammlung der Dresdner Bank am 24. Mai gefasst werden. Bei einem weiteren "Squeeze out" hat die Allianz diesen Schritt schon hinter sich. Die Hauptversammlung der Vereinte Versicherung AG stimmte am Freitag einer Abfindung in Höhe von 2211,74 Euro je Aktie mit Nennbetrag 100 DM zu. Bei der Vereinten befinden sich allerdings nur noch 0,71 % der Aktien im Streubesitz. Hintergrund ist die nähere Anbindung der Vereinten an den Konzern. Künftig soll das gesamte Krankenversicherungsgeschäft unter der Marke Allianz geführt werden. Die Vereinte Leben wird auf die Allianz Leben verschmolzen. Dritter Kandidat ist die Hermes Kreditversicherungs-AG, bei der der Streubesitz ebenfalls unter 1 % liegt. Seit dem 1. Januar 2002 ist in Deutschland das neue "Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz" (WpÜG) in Kraft, das unter anderem den Ausschluss von Minderheitsaktionären ermöglicht.

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