Allianzen sparen Kosten beim Aufbau der neuen Mobilfunknetze
D2 Vodafone will doch keinen Alleingang

Der Mobilfunkanbieter D2 Vodafone will offenbar doch keinen Alleingang beim Aufbau des neuen UMTS-Netzes: Nach Informationen aus der Branche überlegt der Marktführer im deutschen Mobilfunkgeschäft, ebenfalls eine UMTS-Kooperation einzugehen. Offiziell wollte D2 Vodafone dies nicht bestätigen. "Uns stehen, genauso wie den Mitbewerbern, alle Optionen offen", sagte eine Sprecherin.

slo DÜSSELDORF. Vodafone-Chef Chris Gent hatte sich bisher abweisend zu den in Deutschland geplanten Allianzen geäußert. Man sei nicht daran interessiert, den überschuldeten Konkurrenten durch eine Zusammenarbeit zu helfen. Die Mobilfunkgesellschaften können nach eigenen Angaben durch die geplanten Allianzen zwischen 25 und 40 % der gesamten UMTS-Infrastrukturkosten sparen. "Einer solchen Möglichkeit kann und wird sich auch Vodafone nicht versperren", hieß es in Branchenkreisen. Das Unternehmen habe seine Kooperationsbereitschaft signalisiert, wenn die Technik dies zulasse.

In der vergangenen Woche haben Deutsche Telekom und British Telecom (BT) mit ihrer deutschen Tochter Viag Interkom die erste UMTS-Allianz beschlossen und eine Absichtserklärung unterschrieben. Die beiden Konzerne wollen ihre neuen Mobilfunknetze in Großbritannien und Deutschland gemeinsam hochziehen und zusammen 5 Mrd. Euro sparen.

Auch die anderen deutschen UMTS-Lizenznehmer Mobilcom, E-Plus und Group 3G (Telefónica/Sonera) bereiten eine solche Zusammenarbeit vor. "Wir verhandeln mit drei Unternehmen", heißt es bei Mobilcom, "darunter auch mit E-Plus und Group 3G." Damit dürfte D2 Vodafone der dritte Verhandlungspartner sein, da die Telekom und die BT-Tochter Viag Interkom nach eigenen Angaben Exklusiv-Gespräche über dieses Thema vereinbart haben.

Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post hat die Kosten senkenden Kooperationen vor zwei Wochen grundsätzlich erlaubt. Demnach dürfen die UMTS-Lizenznehmer sich nicht nur die Antennendächer, Grundstücke, Masten und die Stromversorgung teilen, sondern auch die Sende- und Empfangsanlagen. Voraussetzung dafür ist jedoch eine Technik, die die Telekom-Netzausrüster voraussichtlich erst im nächsten Jahr auf den Markt bringen werden. Sie soll den Mobilfunkbetreibern ermöglichen, bis zu vier Netze über eine Anlage unabhängig voneinander zu steuern.

Die Mobilfunkanbieter haben im vergangenen Sommer jeweils über 8 Mrd. Euro für UMTS-Lizenzen ausgegeben. Hinzu kommen Investitionen von 5 bis 6 Mrd. Euro für ein flächendeckendes UMTS-Mobilfunknetz im Alleingang.

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