Allianzfrage noch offen
Swiss weiterhin auf Kurs

Die nach dem Swissair-Zusammenbruch geschaffene neue nationale Schweizer Fluggesellschaft Swiss kämpft noch mit einer Reihe von Problemen im täglichen Betrieb. Wirtschaftlich sieht sich die Fluglinie jedoch auf Kurs.

rtr/vwd BASEL/ZÜRICH. Das Swiss-Management um Konzernleiter Andre Dose bestätigte am Montag auf der Halbjahreskonferenz in Basel frühere Perspektiven: Der Verlust sollte im laufenden Jahr geringer ausfallen als die ursprünglich geplanten 1,1 Mrd. sfr und der Umsatz dürfte mit 4,1 Mrd. deutlich höher liegen als die im Businessplan vorgesehenen 3,2 Mrd. sfr. Und 2003 will die Fluggesellschaft bereits eine "schwarze Null" schreiben.

Doch der Zwischenbericht machte auch Schwachstellen deutlich. Solche befinden sich nach Angaben der Gesellschaft bei der Operation und Technik in der Regionalflotte. Diese müsste zuverlässiger arbeiten. Auch Service und Komfort sollen verbessert werden. Die Swiss ging zum Teil aus der ehemaligen Schweizer Regionalfluglinie Crossair hervor, die zuletzt von Dose geleitet wurde.

Im 1. Halbjahr fiel der Verlust mit 447 Mill. sfr ein Drittel geringer aus als im Businessplan vorgesehen. Der Umsatz erreichte 1754 Mill. sfr statt der geplanten 1209 Mill. sfr. Die Swiss wurde im vergangenen Jahr mit einer Milliardenspritze aus der Taufe gehoben, nachdem die alte Swissair in Konkurs gegangen war. Eingeschossen wurden die Finanzhilfen von der der Schweizer Regierung, von Kantonen, Banken und Industriefirmen. Im April 2002 startete die Swiss offiziell ihren Flugbetrieb.

Offen ist zur Zeit noch die Allianzfrage. Swiss will so schnell wie möglich der Flug-Allianz "One World" beitreten, die von British und American Airways geführt wird. Swiss habe in den bilateralen Verhandlungen mit den Allianz-Mitgliedern "deutliche Fortschritte gemacht", sagte Andre Dose. Ausnahme hierbei sei die British Airways plc, London. Einen Zeitrahmen und die Details der Verhandlungen wollte Dose jedoch nicht nennen.

Schwierigkeiten drohen der Swiss von Seiten der ehemaligen Crossair-Piloten, die den Gesamtarbeitsvertrag noch nicht unterschrieben haben. Die Vereinigung Swiss Pilots habe es laut Dose unterlassen, den von Swiss bis zum 15. September angebotenen Vorschlag zum Gesamtarbeitsvertrag (GAV) anzunehmen. Nun würden die Piloten der Regionalflotte weiter unter dem bis 2005 gültigen alten GAV arbeiten, ergänzt mit den vom Schiedsgericht angebrachten Neuerungen. Die ehemaligen Crossair-Piloten halten den neuen GAV für diskriminierend, da im Fall von Entlassungen ehemalige Swissair Piloten gegenüber ihren Kollegen von der ehemaligen Crossair bevorzugt würden.

Swiss plant nach den Worten Doses aber weder die Entlassung von 350 Piloten noch die Aufspaltung in eine interkontinentale und eine regionale Airline. Dose trat damit entsprechenden Spekulationen der Sonntagspresse entgegen. "Wir gehen im Moment noch von der Strategie aus, die im Businessplan formuliert ist," sagte er. Die Situation werde intensiv beobachtet, besonders die Einflüsse eines möglichen Irak-Konflikts und einer weiteren Abschwächung der Weltkonjunktur. Dadurch könne jederzeit eine Strategieanpassung erforderlich werden, sagte er.

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