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„Aloha Bob“

Gerade erst hatte der deutsche Physiker Eiko Eisen 1998 sein Softwareunternehmen Eisen & Partner an den Düsseldorf Veba-Konzern (heute E.On) verkauft, da brachte eine Einladung nach Hawaii die nächste Geschäftsidee.
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Auf der Insel lebt Bob, der Vater seines amerikanischen Geschäftspartners David Henrickson. Der hatte sich soeben wieder einen neuen Computer angeschafft und bat die beiden, den Inhalt des alten auf den neuen Rechner zu überspielen. Eine mühselige Arbeit - mussten doch dabei alle Programme neu installiert werden.

Das brachte die beiden auf eine Idee. Warum nicht eine Software schreiben, die das Übertragen automatisch bewerkstelligt? Ende 1998 meldeten Eisen und Henrickson ihr Programm zum Patent an und tauften es Alohabob PC Relocator - als Dank an Davids Vater.

Die in Miami (US-Bundesstaat Florida) ansässige Firma Eisenworld hat seitdem über 100 000 Kopien der Software verkauft. Zwar sind vormalige großartige Ausbaupläne mit Versionen in allen europäischen Sprachen vorerst auf Eis gelegt, doch unter Privatanwendern in den USA und Japan ist das 50 Dollar teure Programm der Hit. Auch Unternehmen interessieren sich mittlerweile dafür. Kürzlich hat Eisenworld 2 600 Lizenzen der Profiversion an einen US-Konzern verkauft. Verhandlungen mit einem deutschen Vertriebspartner sind im Gange.

Der Markt ist interessant, weil die gegenwärtig niedrigen PC-Preise zum Umstieg auf schnellere Modelle einladen. Bei Microsoft ist Alohabob bekannt. Der Softwarekonzern bietet ein eigenes Werkzeug als Bestandteil von Windows XP an, das jedoch nur Dateien überträgt. Alohabob hingegen kann komplette Programme übertragen - also beispielsweise Word mit allen Originaleinstellungen und aller Korrespondenz. Ein Rettungsanker, besonders wenn man die Original-CD der Software verlegt hat. Ein Versäumnis und eine Marktnische für Eisenworld - zumindest solange Microsoft nicht nachbessert.

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