Alpine Kombination
Ertl auf Medaillen-Kurs

Martina Ertl hat sich rechtzeitig zu ihrem ersten Olympia-Auftritt zurück gemeldet und mit einem tollen Slalom-Comeback Ansprüche auf eine Medaille in der alpinen Kombination angemeldet.

HB/dpa SALT LAKE CITY. Die 28-Jährige aus Lenggries rangiert mit 1,1 Sekunden Rückstand vor der abschließenden Abfahrt auf Platz zwei. Es führt die Kroatin Janica Kostelic. Dritte im Zwischenklassement ist Marlies Oester aus der Schweiz vor der Österreicherin Renate Götschl. Die abschließende Abfahrt ist für 22.45 Uhr terminiert.

Vier Jahre nach dem historischen Dreifach-Triumph von Nagano mit Gold, Silber, Bronze für Katja Seizinger, Martina Ertl und Hilde Gerg war am Donnerstag bei den Winterspielen in Salt Lake City wieder Edelmetall möglich. "Das war ein sehr guter Lauf. Ich bin sehr glücklich über diesen Slalom", sagte Martina Ertl nach der gelungenen Vorstellung, die das Tief der vergangenen Wochen und auch den Konflikt mit den Trainern wegen der Nicht-Nominierung in der Spezialabfahrt vergessen machte: "Ich könnte mir nicht vorstellen, mit einem freieren Kopf zu fahren. Das ist erledigt." Hilde Gerg hingegen lag mit großem Rückstand vor der Abfahrt bereits sehr weit zurück.

Die Kroatin Janica Kostelic war im Slalom auf der "Wildflower"- Piste in Snowbasin mit der Zeit von 1:27,28 Minuten die Schnellste. Sie hatte 1,10 Sekunden Vorsprung vor Martina Ertl und 2,06 Sekunden Polster auf die drittplatzierte Schweizerin Marlies Oester. Die beste Abfahrererin im Favoritenkreis, Bronzemedaillen-Gewinnerin Renate Götschl (Österreich), hatte als Vierte 2,22 Sekunden Rückstand. Hilde Gerg, die Slalom-Olympiasiegerin von 1998, hatte nach ihrem Beinbruch vor zwei Jahren kaum noch Torläufe trainieren können und sich deshalb auf die schnellen Diszplinen konzentriert. Die Lenggrieserin war 5,99 Sekunden langsamer als Kostelic, Petra Haltmayr (Rettenberg) 5,04 Sekunden.

Martina Ertl hatte sich nach ihrer Formkrise in den vorolympischen Weltcup-Wochen kurzfristig dazu entschlossen, wieder auf ihren 1,50 m "langen" Ski aus der Vorsaison umzusteigen. Mit Erfolg. Die 28- Jährige hatte es schon einmal geschafft, praktisch aus dem "Nichts" bei einem Großereignis zum Sieg zu fahren. Bei der WM 2001 in St. Anton hatte sie nach einer Verletzung überraschend Gold geholt. Bei den Winterspielen in den USA hatte sie bisher als "Sorgenkind" gegolten. Zu Wochenbeginn hatte sie sich mit Kritik an Trainer Wolfgang Maier den Unmut des Teams zugezogen.

Zwei Tage nach der Verlegung der Spezialabfahrt mussten die Sportlerinnen erneut flexibel sein. Heftiger Wind über der Abfahrts- Piste sorgte für ein Novum in der Olympia-Geschichte: Erstmals begann die Kombination mit dem Slalom. Um 06.30 Uhr morgens mussten alle die Taschen umpacken und anstatt des Renn-Anzuges die Torlauf-Ausrüstung anziehen.

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