Als Europa-Abgeordneter gewann er politisches Profil
Porträt: Samland gilt als herausragender Kopf der NRW-SPD

dpa DÜSSELDORF. Der über eine Steueraffäre gestolperte nordrhein-westfälische Europaminister Detlev Samland gilt als einer der herausragenden SPD-Köpfe in Zeit nach dem langjährigen Ministerpräsidenten Johannes Rau. Politisches Profil gewann der 47- Jährige als Europa-Abgeordneter. Bis 1999 gehörte er dem EU-Parlament zehn Jahre lang an und brachte es zum Vorsitzenden des wichtigen Haushaltsausschusses. Als vor zwei Jahren eine neue EU-Kommission gebildet wurde, war Samland als Kandidat für den Posten eines EU- Kommissars im Gespräch.

Doch Samland entschied sich gegen Brüssel und für die Kandidatur um das Amt des Oberbürgermeisters in seiner Heimatstadt Essen. Diese Entscheidung brachte dem Diplom-Ingenieur für Städtebau und Raumplanung die größte Enttäuschung seiner politischen Karriere. Völlig überraschend unterlag er in der SPD-Hochburg Essen gleich im ersten Wahlgang dem CDU-Kandidaten.

Samland ist ein Politiker mit großem Selbstbewusstsein. So hatte er 1996 mit einer Kampfkandidatur um den Vorsitz des SPD-Bezirks Niederrhein den früheren NRW-Finanzminister Heinz Schleußer herausgefordert, als dieser noch nicht an einen Rückzug dachte. Zwei Jahre später machte Schleußer dann den Weg für den stets modisch gekleideten Samland frei.

Nach seiner Schlappe bei der Kommunalwahl 1999 verschwand Samland nicht lange im politischen Abseits. Schon ein gutes halbes Jahr später holte ihn NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) als Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten in die Staatskanzlei. Eine nach eigenen Worten "Schlampigkeit" - Samland vergaß rund 100 000 Mark an Aufsichtsratsbezügen zu versteuern - hat ihn jetzt diesen Posten gekostet.

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