Als Fertigungsstätte und Absatzmarkt interessant
Deutsche Manager entdecken in Indien großes Potenzial

Mit 30 Managern im Schlepptau erkundete Bayerns Ministerpräsident Stoiber in dieser Woche den Markt. Indien könnte in den kommenden zehn Jahren eine ähnliche Dynamik entfachen wie China.

NEU DELHI. Kaum verblasst die Euphorie für China ein wenig, da schiebt sich ein neuer Mega-Markt ins Bild. Deutschlands China-verliebte Unternehmer müssten sich angesichts "immenser Chancen" stärker in Indien engagieren, wenn sie nicht von Briten und Amerikanern abgehängt werden wollen, sagte Edmund Stoiber in Neu Delhi. Mit 30 hochkarätigen Managern im Schlepptau erkundete Bayerns Ministerpräsident in dieser Woche den Markt.

Das Land biete seinem Konzern "großartige Geschäftsmöglichkeiten". Damit machte der Chef der Bertelsmann AG, Gunther Thielen, gestern in Neu Delhi Schlagzeilen auf der Titelseite der Wirtschaftszeitung "Business Standard". Dem Blatt zufolge prüft der Konzern Investitionen in Medienunternehmen, den Einstieg ins TV-Geschäft und die Möglichkeit, Teile der Verwaltung nach Indien auszulagern. Für Bertelsmann ist in Indien bereits der Mediendienstleister Arvato mit Call Centern und der Buchkonzern Random House aktiv. Konkrete Investitionen in Indien seien nicht beschlossen, berichten Insider in der Konzernzentrale. Investitionen von 800 Mill. Euro in China und noch größere Projekte in Indien - wie vor Ort kolportiert - werden aber dementiert.

Noch hat für die deutsche Industrie Osteuropa und China Priorität. Das bindet viel Kapital und Managementkapazität, vor allem im Mittelstand. Doch irgendwann dürften diese Märkte im Griff sein, dann kommt Indien. "Wir müssen dieses Land stärker ins Zentrum unserer Aufmerksamkeit rücken," fordert Willi Berchtold, Chef von Giesecke & Devrient und Präsident des IT-Branchenverbands Bitkom, "so einen gigantischen Wachstumsmarkt dürfen wir nicht an uns vorbeigehen lassen." Sein Unternehmen will ins Chipkartengeschäft einsteigen und dafür in Indien binnen zwei Jahren 10 Mill. Euro investieren. Die Produktion von Gelddruckmaschinen prüft Berchtold noch. Zudem baut er eine Abteilung für Softwareentwicklung in Indien auf. Als IT-Dienstleister hat sich Indien bei deutschen Unternehmen fest etabliert. Siemens beschäftigt dort 3 000 Entwickler, 10 % aller Softwarejobs im Konzern sind bereits dorthin verlagert worden. "Es werden sicher mehr," sagt Jürgen Schubert, Indien-Chef des Konzerns.

Seite 1:

Deutsche Manager entdecken in Indien großes Potenzial

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%