Als Konsequenz der Finanzkrisen erhielt der Währungsfonds mehr Möglichkeiten
Der IWF schaut seinen Mitgliedern scharf auf die Finger

egl PRAG. Wenn es um die länderspezifische, globale und regionale Überwachung geht, hat der Internationale Währungsfonds (IWF) nach den Finanzkrisen der letzten Jahre seinen Einfluss enorm verstärkt. Das wurde jüngst nach der Veröffentlichung der "Schwarzen Listen" durch das Baseler Forum für Finanzstabilität deutlich.

Dem IWF fällt bei der Umsetzung der Auflagen für die Steueroasen und Offshore-Finanzplätze die Schlüsselrolle zu. Um die Länder besser zu überwachen, setzt der IWF bei seinen regelmäßigen Konsultationen den Hebel der "Artikel IV-Konsultationen" an. Dabei handelt es sich um reguläre Überwachungsrechte.

"Die Überwachung durch den IWF hat im Gefolge der mexikanischen Krise von 1994 und der späteren Finanzkrise in Asien und anderen aufstrebenden Marktwirtschaften noch mehr an Bedeutung gewonnen, heißt es in dem zum Wochenende vorgelegten IWF-Jahresbericht. Der Fonds habe seine Aufsicht den sich ändernden Bedürfnissen seiner Mitglieder in einer zunehmend integrierten Weltwirtschaft angepasst. Das habe dazu geführt, dass die Überwachungstätigkeit des Fonds auch der Mechanismus ist, in dem die meisten Initiativen, die im Rahmen der internationalen Anstrengungen zur Stärkung der Architektur des internationalen Währungs- und Finanzsystems durchgeführt werden, zusammenfließen.

Bessere Informationen für den IWF

Doch auch mit der globalen Überwachung der weltwirtschaftlichen Entwicklung, die im "World Economic Outlook" ihren Niederschlag findet, und mit der regionalen Überwachung - vor allem die Überwachung von Währungsunionen - haben Stab und Leitungsgremien des IWF ein wirksames Instrumentarium zur Hand.

Warum, so mussten sich die Verantwortlichen des IWF in den letzten Jahren immer wieder fragen lassen, hat der Währungsfonds im Zuge dieser laufenden Überwachung nicht rechtzeitig die Warnsignale von Währungskrisen und Finanzturbulenzen bekommen? Kein Zweifel: Wenn es um die Beschaffung von Informationen, die Stetigkeit der Überwachung, die Konzentration auf Kernfragen, die Bewertung der Anfälligkeit von Länderanalysen, die Datentransparenz sowie die Durchsetzung von Standards und Codes ging, hat es auch beim IWF im Vorlauf zu den Finanzkrisen der letzten Jahre manche Versäumnisse gegeben.

Wenn inzwischen rund 80 % der Mitgliedsländer die Öffentlichen Informationsmitteilungen (PIN) im Anschluss an ihre Länder (Artikel IV)-Konsultationen akzeptieren, ist das als großer Schritt in die richtige Richtung zu werten. 60 % der Mitglieder nehmen am Pilotprogramm zur freiwilligen Freigabe der Artikel-IV-Stabsberichte teil, das seit April 1999 besteht. Die sieben führenden westlichen Industrieländern (G7), die auch die größten Kapitalgeber sind, haben den IWF zu größerer Offenheit gezwungen. Dies ist Teil einer Strategie, mögliche Krisen zu verhindern.

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