Als „Marketperformer“ eingestuft
Langfristig gute Aussichten für SAP

Die Zukunft von Softwareunternehmen hängt nach Expertenansicht im derzeit schwachen Konjunkturumfeld entscheidend von ihrem Angebot ab. SAP könnte nach Ansicht einer SES-Studie zu den langfristigen Gewinnern zählen.

Reuters FRANKFURT. In Zeiten immer noch sinkender IT-Ausgaben gehe der Trend zu Systemen aus einer Hand, schrieben die Analysten von SES Research in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie zu deutschen Softwareanbietern und Systemintegratoren. Davon profitierten große Softwareanbieter.

Zu den langfristigen Gewinnern zählt nach Ansicht von SES insbesondere SAP . Daneben seien die Chancen für Systemintegratoren gut. Probleme sehen die Analysten hingegen für Anbieter von Internet-Software wie Intershop und Broadvision.

Die Entwicklung zu Lösungen aus einer Hand gewinne besondere Relevanz vor dem Hintergrund, dass SAP die Marktführerschaft in den Bereichen Portale, Marktplätze sowie Software für das Kundenbeziehungsmanagement (CRM) und das Management der Wertschöpfungskette (SCM) anstrebe, hieß es in der Studie. Daher sei zu erwarten, das SAP seine bisherige Zusammenarbeit mit externen Anbietern sukzessive einschränken werde. Allerdings müsse SAP die Marktposition in den USA ausbauen, um nachhaltiges Wachstumspotenzial zu erschließen. Die Analysten nehmen die Bewertung der SAP-Aktie mit "Marketperformer" auf.

"SAP Aktionäre sehen nach den steigenden Kursen der vergangenen Tage in den Quartalszahlen jetzt einen Grund zum Verkauf", sagte ein Händler in Frankfurt. Mit einem Verlust von 2,7 Prozent auf 155,20 Euro stellte die Aktie das Schlusslicht im DAX. Am Donnerstag werden die Walldorfer die Bilanz für das erste Quartal vorlegen.

Die SAP-Tochter SAP SI profitiert den Angaben zufolge sowohl bei der Produktentwicklung als auch beim Namen von der Mutter. Das Software-Integrationsgeschäft halten die Analysten trotz schwacher Konjunktur für ein interessantes Geschäftsfeld. Sie stuften die Aktie auf "Outperformer" von "Marketperformer" hoch.

Durch die enge Zusammenarbeit mit SAP stünden sich die Firmen teilweise jedoch auch als Konkurrenten gegenüber, hieß es. Beim Thema Prozessoptimierung seien auch Reibungspunkte von SAP mit dem Kerngeschäft der IDS Scheer denkbar. Jedoch gewinne die Prozessoptimierung besonders in konjunkturschwachen Phasen an Bedeutung, wovon IDS profitieren sollte. Die Analysten bewerten die IDS-Aktie weiter mit "Outperformer". Die Aktie von Broadvision hingegen sei überbewertet.

Die Firma müsse im Portal-Markt mit einer verschärften Konkurrenz seitens der großen Softwareanbieter rechnen. Die Produktpalette sei zu groß, was hohe Kosten nach sich ziehe. Das Erreichen der Gewinnschwelle bleibe vorerst reine Spekulation. Die Analysten bewerten die Aktie mit "Underperformer".

Bei Intershop sei mit einem Erreichen der Gewinnschelle frühestens 2003 zu rechnen. Die liquiden Mitteln könnten für den Break Even gegebenenfalls nicht ausreichen. Auch wenn Intershops Produkte für den elektronischen Geschäftsverkehr bei Großanwendern als technologisch führend gelte, sei die Marktsituation derzeit katastrophal. Die Aktie werde mit "Underperformer" bewertet.

Als sinnvoll erachten die Analysten in der jetzigen Situation die Fokussierung von Ixos auf den Nischenmarkt Dokumenten-Management. Bei einem fairen Wert von elf Euro werde das Papier mit "Outperformer" eingestuft.

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