Alstom dementiert Interesse an Babcock
OEP zeigt Interesse an Babcock-Teilen

Nach dem gescheiterten Sanierungsplan für den Babcock-Konzern hat sich mit dem US-Finanzinvestor One Equity Partners ein erster Kaufinteressent für Teile der Energietechnik gemeldet.

Reuters DÜSSELDORF. OEP sei am US-Geschäft von Babcock interessiert, aber auch an Teilen der deutschen Energietechnik, sagte der deutsche OEP-Partner Christopher von Hugo am Dienstag. Der französische Energiekonzern Alstom, widersprach unterdessen Presseberichten, wonach auch er den Kauf von Babcock-Teilen in Erwägung ziehe.

Am Dienstagabend wollte der Babcock-Aufsichtsrat in Oberhausen einen neuen Vorstandsvorsitzenden für den Maschinen- und Anlagenbaukonzern berufen. Presseberichten zufolge soll der Düsseldorfer Rechtsanwalt Horst Piepenburg für diesen Posten im Gespräch sein. Der zuvor für die Nachfolge von Vorstandschef Klaus Lederer benannte Steag-Chef Jochen Melchior steht nach eigenen Angaben aber nicht mehr zur Verfügung.

Das am vergangenen Donnerstag beantragte Insolvenzverfahren von Babcock wird seit Montag unter der Leitung des vorläufigen Insolvenzverwalters Heinz Schmitz fortgesetzt. Zuvor hatten mehrere Banken die Finanzierung eines Sanierungskonzepts abgelehnt, mit dem der Insolvenzantrag hätte zurückgezogen werden können.

OEP-Konzept hat Bestand

Das Konzept, das OEP bei den Verhandlungen über eine Babcock-Sanierung in der vergangenen Woche vorgelegt habe, gelte auch unter den veränderten Rahmenbedingungen eines Insolvenzverfahrens, sagte OEP-Partner von Hugo weiter. "Oberhausen würde in diesem Konzept eine starke Rolle haben", sagte von Hugo. Im Babcock-Stammwerk in Oberhausen arbeiten rund 3000 der 12 000 in Deutschland beschäftigten Babcock-Mitarbeiter. Zum Konzept von OEP wollte sich von Hugo aber nicht äußern.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) hatte in der vorigen Woche erklärt, er könne sich vorstellen, dass OEP ein strategischer Partner einer "Babcock (neu)" werde. Während der Verhandlungen in der Staatskanzlei über die Finanzierung des Sanierungsplans hatte OEP angekündigt, sich an Schritten zur Verbesserung der Kapitalbasis beteiligen zu wollen. "Wir wollen aber nicht Gesellschafter bei Babcock werden" präzisierte von Hugo am Dienstag die Ziele seiner Gesellschaft.

Ein OEP-Engagement bei Babcock kommt nach den Worten von Hugos nur in der nächsten Zukunft in Frage. Durch Stillstände auf Baustellen, Lieferverzögerungen und dergleichen mehr entstehe ein großer Imageschaden. Dies wolle OEP nicht haben.

OEP will Anteil an HDW übernehmen

OEP ist für Babcock ein bekannter Name. Im Frühjahr hatte das zur Bank One gehörende Institut die Hälfte des Babcock-Anteils an der Kieler Werft HDW erworben. Seither stockte OEP seine Beteiligung auf rund 75 Prozent auf und plant, auch die restlichen 25 Prozent zu übernehmen.

Nach dem Wegfall des Geschäftsbereichs Werften ist die Energietechnik bei Babcock das einzig verbliebene Kerngeschäftsfeld. Daneben gehören noch zahlreiche Holdings und Einzelgesellschaften zum Konzern, für die der vorläufige Insolvenzverwalter nach Angaben aus Babcock-Unternehmenskreisen so rasch wie möglich Käufer sucht.

Der französische Alstom-Konzern will sich derzeit nicht bei Babcock engagieren. Weder wolle man Teile noch das ganze kaufen, sagte ein Unternehmenssprecher in Paris. Alstom befinde sich selbst gegenwärtig in einer Phase der Neuausrichtung. Über eine Kooperation zwischen Babcock und Alstom wird in der Branche schon seit langem spekuliert. Die beiden Unternehmen sind weltweit führend im Bau von Kohlekraftwerken.

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