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Alstom kann Verlust im 1. Halbjahr halbieren - Aktie zieht kräftig an

Trotz eines stark rückläufigen Umsatzes hat der angeschlagene französische Eletrokonzern Alstom seinen Fehlbetrag im ersten Halbjahr 2004/05 in etwa halbiert. Nach einem Minus von 624 Mill. im Vorjahr betrug der Nettoverlust nur noch 315 Mill. Euro.

dpa-afx PARIS. Trotz eines stark rückläufigen Umsatzes hat der angeschlagene französische Eletrokonzern Alstom seinen Fehlbetrag im ersten Halbjahr 2004/05 in etwa halbiert. Nach einem Minus von 624 Mill. im Vorjahr betrug der Nettoverlust nur noch 315 Mill. Euro. Das war ein besseres Ergebnis, als Experten erwartet hatten. Die Aktien schossen an der Pariser Börse am Donnerstag bis zum Nachmittag um 9,62 Prozent auf 0,57 Euro nach oben.

Der Umsatz sank in den sechs Monaten bis Ende September von 8,85 Mrd. im Vorjahr auf 6,4 Mrd. Euro, wie Alstom meldete. Für das Gesamtgeschäftsjahr werde mit einem Umsatzrückgang um fünf Prozent gerechnet. Die operative Marge verbesserte sich laut Alstom von 1,5 Prozent auf 3,6 Prozent. Für das Gesamtjahr bekräftigte der Konkurrent der Siemens AG sein Ziel, eine operative Marge zwischen 3,5 und 4,0 Prozent zu erreichen.

Operativ Erwartungen Übertroffen

Das operative Ergebnis stieg im Berichtzeitraum laut Alstom auf 233 Mill. Euro (Vorjahr: 132 Mill. Euro). Analysten hatten im Schnitt mit 230 Mill. gerechnet. Außerdem hatten die Experten einen Nettoverlust zwischen 245 und 427 Mill. Euro und eine operative Marge zwischen 3,0 und 3,4 Prozent erwartet. Ihre Umsatzprognosen lagen zwischen 6,8 und 7,0 Mrd. Euro.

Die Aufträge stiegen im ersten Halbjahr auf vergleichbarer Basis um 51 Prozent auf 8,36 Mrd. Euro. Dies entspreche einem absoluten Zuwachs von zwölf Prozent. Alstom-Chef Patrick Kron sprach von einem wiederkehrenden Vertrauen bei den Kunden. Auch auf das Gesamtgeschäftsjahr gesehen erwartet der Konzern mehr Aufträge als 2003/04. Unter anderem rechnet Alstom bis Ende Dezember fest mit einem 700-Millionen-Euro-Auftrag für Kraftwerkswartungen aus Thailand.

Ziel Bestätigt

Kron bestätigte das Ziel, 2006 eine operative Marge von 6,0 Prozent zu erreichen. Der frei verfügbare Barmittelzufluss (Free Cash Flow) solle im März 2006 wieder positiv werden. Er sei zuversichtlich, dass diese Ziele trotz der schwierigen Marktlage im Hinblick auf neue Kraftwerksbauten erreicht werden könnten.

Der Nettoschuldenstand des Unternehmens belief sich Ende September auf 2,4 Mrd. Euro. Am 1. April waren es - nach den geänderten Zahlen - noch 3,7 Mrd. Euro. Der negative Free Cash-Flow wurde mit 294 Mill. Euro angegeben (Vorjahr: 674 Millionen). Für das Gesamtjahr wird bei Alstom mit einem negativen freien Barmittelzufluss von rund 400 Mill. Euro gerechnet.

Deutsche-Bank-Studie Kritisiert

Der Alstom-Chef zeigte sich außerdem verwundert über eine Analystenstudie der Deutschen Bank , die am vergangenen Montag zu einem Kurseinbruch von mehr als 18 Prozent geführt hatte. "Ich war überrascht von dieser Studie, die drei Tage vor der Bekanntgabe der Halbjahreszahlen veröffentlicht wurde", sagte Kron. Alstom habe die französische Finanzaufsichtsbehörde AMF um eine Untersuchung des Vorfalls gebeten.

Die Analysten der Deutschen Bank hatten ihr Kursziel für die Alstom-Aktie von 0,35 auf 0,18 Euro gesenkt. Den Schritt begründeten sie unter anderem mit Hinweis, dass Alstom in den kommenden 20 Monaten Kredite in Höhe von 1,8 Mrd. Euro zurückzahlen müsse. Das Unternehmen habe bisher noch nicht demonstriert, wie dies geschehen solle. Alstom verfüge weder über genügend Barmittel noch sei eine andere Form der Finanzierung bekannt.

Im Zuge des Rettungspaketes für den angeschlagenen Konzern hatte die französische Regierung im August an einer Kapitalerhöhung teilgenommen. Dabei erhöhte sich ihr Anteil auf 21,36 Prozent. Alstom hatte aus zwei Kapitalerhöhungen insgesamt 1,75 Mrd. Euro erzielt, das gesteckte Ziel von 2,2 Mrd. Euro aber verfehlt.

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