Altana fält fast auf Jahrestief
Gewinnmitnahmen belasten Neulinge in Dax und M-Dax

Teilweise kräftige Kurseinbußen verzeichneten am Montag die Neulinge in den drei wichtigsten deutschen Börsenbarometern. Händler führten dies auf Gewinnmitnahnmen zurück, nachdem die Titel im Vorfeld der Index-Neuzusammensetzungen teilweise deutlich anzogen.

Reuters FRANKFURT. Aber auch das schwache Branchenumfeld mache dem ein oder anderen Index-Neuling zu schaffen, sagten Börsianer. Deutlich unter Druck geriet der Pharma- und Spezialchemiekonzern Altana bei seiner Premiere im Deutschen Aktienindex (Dax). Nicht viel besser erging es den drei Aufsteigern in den Nebenwerteindex M-Dax, die ebenfalls nachgaben. Auch die nun zu den wichtigsten 50 Werten des Neuen Marktes zählenden Gesellschaften Viva und Micronas präsentierten sich schwächer.

Die Deutsche Börse hatte Mitte August ihre Entscheidung über die Neuzusammensetzung der wichtigsten deutschen Kursbarometer bekannt gegeben. Auf Basis von Marktkapitalisierung und Börsenumsatz überprüft die Deutsche Börse in regelmäßigen Abständen ihre Börsenbarometer und nimmt gegebenenfalls Änderungen vor. Aktien, die in einem wichtigen Börsen-Index vertreten sind, werden häufig von Fondsgesellschaften nachgefragt. Diese berücksichtigen bei der Zusammensetzung ihrer Portfolios verstärkt Aktien aus bestimmten Indizes. Durch das gesteigerte Interesse der Investoren rücken die Firmen vermehrt in den Blickpunkt der Öffentlichkeit.

Altana fält fast auf Jahrestief

Mit einem Kursverlust von zeitweise über sieben Prozent fielen die nun zu den deutschen Blue Chips zählenden Aktien von Altana auf 37,71 Euro und lagen damit nur 50 Cent über ihrem Jahrestief. "Das ist die übliche Reaktion eines Dax-Neulings. Jetzt ist die Fantasie erst einmal raus, nachdem sich zuvor alle auf eine Dax-Aufnahme positioniert hatten", sagte Alfred Kaiser, Analyst beim Bankhaus Nols. Die nun im MDax gelisteten Titel des Dax-Absteigers Degussa pendelten um ihren Schlusskurs vom Freitag. Die Deutsche Börse hatte Degussa für viele überraschend aus dem Dax herausgenommen und dies mit dem niedrigen Streubesitz des Spezialchemiekonzerns begründet. Dadurch werde das Kriterium Marktkapitalisierung des Leitindex nicht mehr erfüllt, hatte es geheißen.

M-Dax und Nemax-Aufsteiger unter Druck

Deutlich schwächer präsentierten sich auch die M-Dax-Aufsteiger Aareal, Klöckner-Werke und Mannheimer Versicherung, die für die finanziell angeschlagenen Firmen Gold-Zack, Cargolifter und Babcock Borsig in den Nebenwerte-Index aufrückten. Die Titel der Immobilienbank Aareal verloren rund vier Prozent auf 14,10 Euro, der Anlagenbauer Klöckner-Werke gab 2,8 Prozent auf 7,30 Euro, der Finanzdienstleister Mannheimer Versicherung 7,40 Prozent auf 32,41 Euro nach. Die MDax-Zugehörigkeit des Immobilienkonzerns Agiv will die Börse früheren Angaben zufolge im November überprüfen. Hintergrund ist die Fusion mit dem Konkurrenten HBAG, durch die sich die Ranglistenposition des neuen Unternehmens deutlich verbessern könnte.

Auch die Nemax 50-Neulinge Viva Media und Micronas präsentierten sich schwächer. Während die Papiere des Musik-Senders Viva acht Prozent auf knapp sechs Euro einbrachen, gaben die Aktien des Schweizer Spezialchipherstellers sogar über neun Prozent auf 19,70 Euro nach. Bereits Mitte August wurden die Titel des Technologiekonzerns Augusta in den Nemax50 aufgenommen. August ersetzt die Direktbank Consors, die nach der Übernahmen durch die französische BNP Paribas nur noch über einen sehr geringen Streubesitz verfügt.

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