Altana nimmt Aufstiegsposition ein
Keine klaren Kandidaten für Auswechslung im Dax

Bei der bevorstehenden Überprüfung der Frankfurter Aktienindizes gibt es keine eindeutigen Anzeichen für Änderungen im wichtigsten deutschen Kursbarometer, dem Dax. Auf der Basis der am Donnerstagabend von der Deutschen Börse veröffentlichten Daten zeigen sich keine klaren Kandidaten für einen Austausch im Deutschen Aktienindex (Dax).

Reuters FRANKFURT. Anders verhält es sich beim Nebenwerteindex MDax und dem Nemax 50 des Neuen Marktes, bei denen sich mehere Auswechslungen ankündigen. Die Deutsche Börse will am kommenden Dienstag über möglichen Änderungen bei ihren Kursbarometern entscheiden, die Ende September wirksam würden.



Am Neuen Markt droht mindestens drei Aktienwerten die Herausnahme aus dem Auswahlindex Nemax 50. Den Daten der Börse zufolge und unter Berücksichtigung der Regularien könnten die Aktien von Telegate , Primacom und Constantin Film aus dem Kursbarometer herausfallen. Dies gilt auch für die United Internet AG, der mit dem jeweils 66. Rang ebenfalls der Abstieg aus dem Nemax50 droht. Demgegenüber als aussichtsreichste Aufstiegs-Kandidaten stehen die Titel von GPC Biotech, Süss Microtech und .

Auf der am Donnerstag veröffentlichten Rangliste nimmt wie erwartet der nicht im Dax gewichtete Pharmakonzern Altana AG mit dem jeweils 31. Rang bei Marktkapitalisierung und Börsenumsatz zwar eine klare Aufstiegs-Position ein. Da die Firma jedoch den Übernahmekodex nicht akzeptiert und nur einen Streubesitz von rund 50 % hat, wurden ihr von Index-Experten bereits im Vorfeld keine großen Dax-Chancen eingeräumt. Auch die Karstadt-Quelle AG bewirbt sich mit den Rängen 32 und 33 für eine Dax-Aufnahme. Da der Titel aber erst jüngst aus der "Oberliga" abgestiegen ist, rechnen Analysten hier ebenfalls nicht mit einer Aufnahme in den Dax.



Zudem fehlt ein eindeutiger "Absteiger". Der Münchener Maschinen- und Motorenbauer MAN und die Adidas AG-Salomon zählen zwar bei der Marktkapitalisierung nicht mehr zu den 35 Marktschwersten, weisen aber jeweils einen verhältnismäßig hohen "Freefloat" auf. Auch der einstige Börsenliebling Epcos erfüllt streng genommen mit einer an nur 41. Stelle stehenden Marktkapitalisierung die theoretische Bedingung für eine Herausnahme aus dem Dax.

Beim MDax wird mit der Porsche AG voraussichtlich mindestens ein Titel ausgewechselt. Der Sportwagenhersteller weigert sich, die von der Börse geforderten Quartalsberichte vorzulegen, was zur Herausnahme des Wertes führen dürfte. Beste Chancen auf die Nachfolge des Auto-Titels hat die Aktie des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport AG, der auf der aktuellen Rangliste mit einer Marktkapitalisierung von gut drei Mrd. Euro und einem Börsenumsatz von 644 Mill. Euro die Plätze 44 und 50 einnimmt und damit die "110/110"-Regel klar erfüllt. Weitere "Wackelkandidaten" im MDax sind den Börsendaten zufolge und gemäß den Regularien die Deutz AG und Phoenix . Größte Chancen als Nachfolger hätten die Salzgitter AG und die Beru AG.



Maßgeblich für eine Gewichtung im Dax oder MDax sind die Marktkapitalisierung - also der Börsenwert - sowie der Aktienumsatz der Unternehmen. Wer bei beiden Werten zu den 35 größten zählt, kann in den Dax aufsteigen. Herausgenommen werden können die Aktien, die eines der beiden Kriterien nicht mehr erfüllen. Die Börse veröffentlicht monatlich die Rangliste der marktschwersten und meistgehandelten Papiere in Deutschland, auf deren Basis dann etwaige Index-Änderungen vorgenommen werden. Analog zu dieser so genannten "35/35"-Regel zählt für den MDax die "110/110"-Regel und für den Nemax50 die "60/60"-Regel. Neben Marktwert und Börsenumsatz werden auch "weiche Kriterien" wie der Streubesitz ("Freefloat") oder die Branchenzugehörigkeit berücksichtigt. Voraussetzung für eine Aufnahme in die Barometer ist zudem, dass die Firmen den Übernahmekodex akzeptieren und Quartalsberichte erstellen.

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