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Altana will Abhängigkeit von „Pantoprazol“ verringern

vwd BAD HOMBURG. Das Jahr 2005 wird bei der Altana AG ganz im Zeichen der neuen Atemwegsmittel "Alvesco" und "Daxas" stehen. Sollte es dem Unternehmen gelingen, die beiden Blockbuster-Kandidaten erfolgreich am Markt einzuführen, wäre die von Analysten bemängelte Abhängigkeit von dem Magen-Darm-Präparat "Pantoprazol" (Protonix) endgültig Vergangenheit. Doch bis zur erfolgreichen Markteinführung und dem Erreichen eines Spitzenumsatzes von je einer Mrd Euro jährlich muss Altana noch einige Hürden überwinden.

Pantoprazol dürfte daher auch 2005 wieder der wesentliche Gewinnbringer im Konzern sein. Das Magen-Darm-Präparat werde auch die steigenden Vertriebskosten und die hohen Forschungskosten der neuen Produkte ausgleichen müssen, erklären Analysten. Altana-Pharma-Vorstand Hans Joachim Lohrisch rechnet bei Pantoprazol 2005 mit einem Wachstum in der Größenordnung des Vorjahres. Für 2004 plant Altana in lokalen Währungen zweistellige Zuwachsraten beim Marktumsatz mit dem Arzneimittel. Das Wachstum des Eigenumsatzes für das in den USA mit Wyeth vertriebene Präparat soll 2004 bei rund 10 Prozent liegen.

Schwacher Dollar schmälert Pantoprazol-Umsätze in USA

Analyst Thomas Brenning von Helaba Trust hält das Erreichen der Ziele für realistisch, gibt aber zu bedenken, dass etwa die Hälfte des weltweiten Umsatzes mit Pantoprazol aus den USA stammt. Dort werde das Geschäft voraussichtlich auch 2005 vom schwachen Dollar beeinträchtigt. Hinzu komme, dass hohe Rabatte in der Medikamentenklasse auf die Gewinne drückten. Er erwartet daher 2005 in den USA in Euroo gerechnet eine Stagnation der Pantoprazol-Umsätze auf Vorjahresniveau. In Euroopa rechnet der Analyst mit einem deutlich zweistelligen Wachstum.

Das Asthma-Mittel Alvesco soll wie geplant Anfang 2005 in einigen wichtigen Ländern Euroopas am Markt eingeführt werden. In Großbritannien, dem Referenzland für das gegenseitige Anerkennungsverfahren in der EU, ist das kortisonhaltige Mittel, allerdings in einer niedriger als erwarteten Dosierung, bereits im April zugelassen worden. In Großbritannien, Deutschland, den Beneluxstaaten, Skandinavien und Osteuropa rechnet Altana für die kommenden Monate mit der Einführung.

Alvesco ist starker Konkurrenz ausgesetzt

In Frankreich, Italien, Spanien, Portugal und Österreich ist dagegen bisher mit den Zulassungsbehörden keine Einigung über die Klassifizierung der Produkteigenschaften erzielt worden. Hier will Altana ein neues Verfahren zur wechselseitigen Anerkennung starten. Analysten rechnen wegen der starken Konkurrenz allerdings nur mit einer langsamen Marktdurchdringung bei Alvesco. In den USA ist das Präparat bei der Zulassungsbehörde FDA vom Vertriebspartner Aventis bereits im vierten Quartal 2003 zur Zulassung eingereicht worden.

Im Oktober 2004 hatte die US-Gesundheitsbehörde mit einem "Approvable Letter" bei Sanofi-Aventis ihre grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, das Medikament zur Vermarktung freizugeben. Der zweite Hoffnungsträger Daxas ist von Altana im Februar 2004 für die Behandlung von Asthma und Raucherlungen bei der Europäischen Zulassungsbehörde eingereicht worden. In den USA, wo das Präparat zusammen mit Pfizer entwickelt und vermarktet wird, befindet sich Daxas in der Entwicklungs-Phase III.

Verschiebung des US-Zulassungsantrags für Daxas belastet

Ende Oktober hatte Altana die eigene Aktie auf Talfahrt geschickt mit der Ankündigung, den Zulassungsantrag für Daxas nicht wie geplant im ersten Halbjahr 2005, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt stellen zu wollen, Die USA ist mit den höchsten Gewinnmargen der wichtigste Pharmamarkt der Welt. Die Verschiebung beruhe allein auf Problemen bei der Patientenrekrutierung, hatte Altana erklärt. Einige Analysten wie zum Beispiel die Experten von Merck Finck & Co (MeFiCo) hatten verstimmt auf die Ankündigung reagiert und die Aktie zurückgestuft.

Dass die Risiken bis zur Zulassung eines neuen Medikaments sehr hoch sind, belegt die Tatsache, dass Altana in den vergangenen beiden Jahren seinen Zeitplan für die beiden Produkte schon mehrfach revidieren musste. Sollte Daxas zur Zulassung kommen, erwarten Analysten ein deutliches Blockbusterpotenzial. Daxas sei der erste Vertreter einer neuartigen Wirkstoffgruppe und unterliege im Gegensatz zu Alvesco nicht einem so hohen Wettbewerbsdruck, erläutern Analysten.

Brenning erwartet, dass 2005 insgesamt ein eher durchwachsenes Jahr für Altana wird. Sollte es Altana gelingen, bis Jahresende 2005 beide Medikamente zur Marktreife zu führen, könnte sich das Stimmungsbild für die Altana-Aktie aber aufhellen, sagte er. Für die Chemiesparte, die mit Akquisitionen ausgebaut werden soll, sagt Brenning für 2005 wegen der hohen Vorjahresbasis ein verlangsamtes Ergebniswachstum im einstelligen Prozentbereich voraus.

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