Altbau und Neubau werden gleich gestellt
Eigenheimzulage: SPD und Grüne sind sich einig

SPD und Grüne haben sich nach Angaben aus Koalitionskreisen auf eine Neuregelung der Eigenheimzulage geeinigt.

Reuters BERLIN. "Das Fördervolumen wird auf fast sechs Mrd. Euro im Jahr 2010 von derzeit rund neun Mrd. Euro abgeschmolzen", erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag aus den Kreisen in Berlin. Die Koalition habe ihre bisherigen Pläne am Mittwochabend noch einmal überarbeitet, um die Zulage stärker an die familiäre Realität in Deutschland anzupassen. Weiterhin gelte der Grundsatz, dass mit der neuen Form der Eigenheimzulage Investitionen in Altbauten mit denen in Neubauten gleich gestellt und gleich gefördert werden sollen. Gegen die Änderungen demonstrierten am Donnerstag in Berlin nach Angaben des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB) rund 10 000 Bauarbeiter und-unternehmer. Der ZDB befürchtet durch die Absenkung der Eigenheimzulage negative wirtschaftliche Folgen und Entlassungen.

Nach dem Kompromiss sollten Familien mit Kindern künftig acht Jahre lang einen Fördersockelbetrag von 1 000 Euro erhalten, hieß es in den Kreisen. Für jedes Kind komme ein Betrag von weiteren 800 Euro hinzu. Eine Familie mit einem Kind erhalte also einen Förderbetrag von 1 800 Euro.

Nach den Angaben können auch Paare, die zum Zeit ihres Baubeginns noch keine Kinder haben, die neue Eigenheimzulage bekommen. Voraussetzung sei, dass sie innerhalb von vier Jahren nach Baubeginn Nachwuchs bekämen. Die Förderung laufe von diesem Zeitpunkt an ebenfalls acht Jahre. Falls eine Familie, in der es bereits ein oder mehrere Kinder gebe, ein weiteres Kind bekomme, erhalte diese für den Rest der ursprünglichen Bauförderung einen weiteren Kinderzuschuss. Die Einkommensgrenzen lägen im neuen Gesetz über zwei Jahre gerechnet bei 70 000 Euro für allein Stehende und 140 000 Euro für Verheiratete. Für jedes Kind erhöhe sich die Einkommensgrenze auch weiterhin. Die Pläne würden zum 1. Januar 2003 in Kraft treten.

Zurzeit haben auch Kinderlose Anspruch auf die Zulage. Ihr Anteil am Fördervolumen hatte zuletzt rund ein Drittel betragen. Förderberechtige erhalten über einen Zeitraum von acht Jahren bei Neubauten jährlich maximal 2556 Euro, bei Altbauten 1278 Euro. Zu dieser Grundförderung kommt eine Kinderzulage von 767 Euro pro Kind und Jahr. Die Einkommensgrenze beträgt im Durchschnitt von zwei Jahren für allein Stehende 81 807 Euro und für Ehegatten 163 614 Euro. Pro Kind erhöht sich die Einkommensgrenze um 30 678 Euro. Nach bisherigen Angaben des Bundesfinanzministeriums sollen alle Anträge bis zum 31. Dezember 2002 noch nach altem Recht behandelt werden.

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