Alte Ideologien verhindern Schaffung neuer Arbeitsplätze
IG Metall-Chef Zwickel ist in der Zwickmühle

Nach dem Aus für das neue Arbeitsmodell 5 000 mal 5 000 bei VW wird Kritik an der IG Metall und dem Vorsitzenden Klaus Zwickel laut.

dpa-afx HANNOVER. Kreise der niedersächsischen SPD - Landtagsfraktion bezeichneten es am Dienstag als "bedenklich", dass sich Zwickel in die Gespräche eingeschaltet habe. Dies habe die Suche nach einer am Standort Niedersachsen orientierten Lösung verhindert. Zwickel griff dagegen massiv die VW-Führung an und warf ihr vor, sie habe "den Hals nicht voll bekommen können" und die Gewerkschaft mit "ungeheuerlichen Forderungen überfordert".

Wie die SPD kritisierten auch die Unternehmerverbände Niedersachsen die Haltung IG Metall scharf. Es sei um neue Arbeitsplätze gegangen und "nicht darum, an alten Ideologien festzuhalten", sagte Verbandsgeschäftsführer Volker Müller. Die Gewerkschaft habe mit ihrer verstockten Haltung eine "große Chance" verpasst.

IG Metall kritisiert Wochenarbeitszeit als "inakzeptabel"

Zwickel meinte dagegen, VW habe durch effektivere und qualitativ bessere Arbeit innerhalb des Modells 20 bis 25 % einsparen können, aber "noch tiefer in die Tasche der Arbeitnehmer greifen wollen". VW habe das Modell als "Torpedo" nutzen wollen, um den Haustarif schrittweise außer Kraft zu setzen. Sein Verhandlungsleiter Hartmut Meine erklärte, VW habe bei der Arbeitszeit nur "nebulös verpackte neue Formulierungen" zur inakzeptablen Wochenarbeitszeit von 42,5 Stunden abgeliefert.

VW-Verhandlungsführer Josef Senn sagte, die IG Metall habe vor allem das System des Programmentgelts von 5 000 DM (2 556 Euro) plus Ergebnisbeteiligung nicht akzeptiert. VW habe am Montag eine Wert schöpfende Arbeitszeit von 35 Stunden in der Woche angeboten plus 7,5 Stunden für Qualifizierungszwecke. Das Grundentgelt hätte 4 500 DM plus 500 DM Vergütung für die Qualifizierungszeiten betragen. Hinzu wäre ein Leistungsbonus bei Erreichen der Gewinnschwelle und ein weiterer bei Erreichen der Renditeziele gezahlt worden.

Bei dem Pilotprojekt sollten nach Plänen von VW-Arbeitsdirektor Peter Hartz zunächst 3 500 Mitarbeiter am Standort Wolfsburg eingestellt werden und einen neuen Minivan auf der Basis des VW-Golf produzieren. Die ersten sollten schon nach der Sommerpause beschäftigt werden bei einem Produktionsbeginn Ende nächsten Jahres. 1 500 neue Kräfte sollten später in Hannover beschäftigt werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%