Alte raus, Junge rein
FC Bayern setzt auf Jugendstil

Erst Stefan Effenberg, dann Ciriaco Sforza, jetzt Paulo Sergio: Die personelle Streichliste beim FC Bayern München für die kommende Saison nimmt Konturen an und dürfte in den kommenden Wochen und Monaten noch um den einen oder anderen Namen verlängert werden. "Es wird sich 'was ändern im Kader", kündigte Trainer Ottmar Hitzfeld vor dem Champions-League-Spiel des deutschen Fußball- Meisters am Mittwoch bei Boavista Porto an.

dpa PORTO. Beim tief greifenden Umbau und Verjüngungsprozess der Mannschaft überprüft der 53-Jährige gemeinsam mit der Vereinsführung, wer beim Weltpokalsieger noch ein Angestellter mit Perspektive ist. "Wenn man erkennt, dass Spieler satt sind und sich nicht mehr quälen, muss man sehen, ob diese Spieler beim FC Bayern noch richtig aufgehoben sind", bemerkte der neue Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge ohne Rücksicht auf laufende Verträge.

Nach Effenberg (33), Sergio (32) und Sforza (31), dem Hitzfeld trotz eines Arbeitsvertrages bis zum 30. Juni 2003 einen vorzeitigen Arbeitsplatzwechsel nach dieser Spielzeit nahelegte, könnten weitere "Ü 30"-Akteure wie Thomas Linke (32) und Michael Tarnat (32) als Wackelkandidaten in Frage kommen. Die problematische Situation der notorisch unzufriedenen Nationalstürmer Carsten Jancker (27) und Alexander Zickler (27) muss ebenfalls endlich geklärt werden.

Jancker hatte von Manager Uli Hoeneß schon in der Winterpause die Freigabe für einen Wechsel erhalten. Zu einem Transfer kam es aber nicht. Der häufig verletzte Zickler will seinen bis 2004 laufenden Vertrag ebenfalls nicht länger als Edel-Joker absitzen. "Wir haben zu viele zu gute Spieler", meinte Hoeneß zu Luxusproblemen im Angriff.

Nach der Verpflichtung von Sebastian Deisler (Hertha BSC) und Michael Ballack (Bayer Leverkusen), die im Mittelfeld das Erbe von Kapitän Effenberg antreten und den neuen Jugendstil beim FC Bayern entscheidend prägen sollen, stehen ein spielstarker Innenverteidiger sowie ein schneller, links wie rechts brauchbarer Außenbahnspieler ganz oben auf Hitzfelds Wunschliste. Die fehlenden Alternativen auf den Flügeln hatten sich während der vergangenen, von Misserfolgen und schwachen Leistungen geprägten Wochen als eine entscheidende Schwäche des Münchner Kaders offenbart. Ein zweiter Allrounder wie Hasan Salihamidzic, dessen schwere Knieverletzung das Manko richtig bewusst machte, tut Not.

Der bereits nach dem Champions-League-Sieg im vergangenen Jahr eingeleitete Umbruch wird dem FC Bayern eine neue Mannschaft mit Perspektive bescheren. In Torhüter Oliver Kahn (32), Weltmeister Bixente Lizarazu (32), Nationalspieler Mehmet Scholl (31), Torjäger Giovane Elber (wird im Sommer 30) und dem unverwüstlichen Team-Senior Thorsten Fink (34) dürften nur noch wenige aktuelle Leistungsträger aus der "Ü 30"-Fraktion das Gesicht des Rekordmeisters prägen.

Für den künftigen Jugendstil stehen Namen wie Roque Santa Cruz (20), Owen Hargreaves (21), Sebastian Deisler (22), Claudio Pizarro (23), Willy Sagnol (24), Samuel Kuffour (25), Hasan Salihamidzic (25) und Michael Ballack (25). Zusammen mit potenziellen Leistungsträgern wie dem lange verletzten Jens Jeremies (27) und Abwehrspieler Robert Kovac (27) werden sie dem Kampf um die elf Planstellen auf dem Platz und dem Streben nach sportlichen Erfolgen neuen Schub verleihen.

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