Alternative Anlageformen
Anleger entdecken den langsamen Renditezuwachs

Rentenfonds streuen das Anlegergeld in relativ sichere Wertpapiere. Der Mix entscheidet, ob die Rendite trotzdem ansehnlich ist.

chs DÜSSELDORF. Sicherheit hat wieder Konjunktur. Viele Anleger setzen angesichts der Aktienbaisse auf Anlagen mit langsamem, aber stetigem Renditezuwachs. Die Manager von Rentenfonds freuen sich, sind sie doch aus ihrem jahrelangen Schattendasein herausgetreten. Den geschicktesten Anlageprofis ist es in den vergangenen drei Jahren immerhin gelungen, mit Anleihen einen jährlichen Wertzuwachs von über acht Prozent zu erwirtschaften. Jedoch erreichten nur die weltweit anlegenden Fonds solche Ergebnisse. Die besten auf Europa konzentrierten Anlagegesellschaften schafften Renditen zwischen gut vier und gut sieben Prozent pro Jahr.

Doch die Rangliste könnte sich ändern. Denn einen guten Teil ihres Zuwachses verdankten die Manager der weltweiten Fonds Währungsgewinnen, wie Wolfgang Kaiser, Rentenanalyst bei FondsConsult in München erläutert. Mit dem Schwächeanfall des US-Dollars wird es schwerer, diese Renditen zu halten. In diesem Jahr sind die Euro- und Europafonds fast durchweg besser gelaufen als die internationalen Fonds, die stark auf US-Anleihen setzen.

Als Ersatz für den US-Dollar greifen nun einige Fondsmanager auf Währungen wie kanadischer, neuseeländischer oder australischer Dollar zurück. Gunther Westen, Leiter Portfoliomanagement von HSBC Trinkaus & Burkhardt, spricht von Satellitenwährungen, die er in dem Fonds HSBC Trinkaus Global Inka übergewichtet habe. Er geht davon aus, dass diese Währungen weiter gegen US-Dollar und Euro zulegen, weil die Konjunktur in diesen Ländern brummt. Den Anteil des US-Dollars hat Westen seit Ende Mai von rund 33 auf 27 Prozent reduziert. Gleichwohl sieht er keinen starken Dollar-Verfall voraus.

Andere Fonds wie etwa der Deka-Europa-Bond TF setzen auf das Potenzial osteuropäischer Währungen. Rund ein Viertel des Portfolios seien osteuropäische Anleihen in lokaler Währung, sagt der stellvertretende Fondsmanager Wolfgang Zecha. Der Leitgedanke heißt Konvergenz: Der Fonds spekuliert auf Kandidaten, die der Euro-Zone oder der Europäischen Union (EU) in absehbarer Zeit beitreten dürften. Das Renditebonbon besteht in den Aufschlägen, die auf die Papiere dieser Aspiranten - wie etwa Dänemark als Euro- oder Polen und Ungarn als EU-Kandidaten - gezahlt werden, bei gleichzeitig geringem Ausfallrisiko. Allerdings meint Fonds-Consult-Analyst Kaiser, dieses Thema sei schon zum großen Teil in den Kursen enthalten. Kaiser hat derzeit eher defensive Rentenfonds auf seiner Empfehlungsliste, für Europa etwa den Dit-Europazins (WKN 847603), der weitgehend in Euroland anlege.

Im Dreijahresvergleich hat aus dem Hause der Dresdner-Tochter allerdings der Dit-Lux Corporate Bond Europa besser abgeschnitten, der vorwiegend auf Unternehmensanleihen setzt. Auto- und Telekomkonzerne sind darin stark vertreten, wie Dit-Fondsmanager Stephen Ronnie erläutert. Beide Branchen hätten im vergangenen Jahr viele Titel auf den Markt gebracht und seien wegen der guten Liquidität gut handelbar. Zu den größten Fondstiteln gehören aber auch Finanzdienstleister, etwa die Finanztöchter von Ford und General Motors. Gleichwohl haben die Dit-Fachleute in letzter Zeit den Anteil der Staatsanleihen auf 16,5 Prozent hochgefahren, wollen diese Quote aber wieder verringern. Auf der anderen Seite stecken in dem Fonds derzeit gut fünf Prozent hoch spekulativer Anleihen.

Rudi Pomper, dessen Fonds Camco Euro-Renten im längerfristigen Vergleich vorne liegt, will sich etwas aus der Deckung von Bundesanleihen, Bankschuldverschreibungen und Pfandbriefen hervorwagen und den Anteil der Unternehmensanleihen auf 20 Prozent aufstocken. 15 Prozent sind es bereits. Wegen der zurzeit nicht eindeutigen Konjunkturlage wartet er mit dem Kauf weiterer Bonds noch ab.

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