Alternative zu unternehmenseigenen Computernetzen
Daten werden sicher übertragen

Immer mehr Dienstleister spezialisieren sich auf den sicheren Datentransport über das Internet. Sie bieten so genannte Virtual Private Networks, in denen die Informationen über verschlüsselte Kommunikationskanäle in den offenen Netzwerken übertragen werden.

DÜSSELDORF. Der mittelständische Netzwerkintegrator NK Networks & Services in Hannover hat sich auf die sichere Datenübertragung via Internet spezialisiert. Das Unternehmen setzt bei dem Aufbau seiner so genannten Virtuellen Privaten Netzwerke (VPN) auf das MPLS-Verfahren (Multi Protocol Label Switching). Gegenüber dem herkömmlichen Informationstransport per Internet-Protokoll (IP) wird so ein fester Übertragungsweg garantiert und der Datentransport vereinfacht.

Während die einzelnen Datenpakete bisher über unterschiedliche Wege ans Ziel gelangen und dort wieder in der richtigen Reihenfolge zusammengesetzt werden, ist MPLS mit der Punkt-zu-Punkt-Verbindung des Telefonnetzes vergleichbar. Sämtliche Datenpakete gelangen dabei über den gleichen Weg und zu klar definierten Bedingungen an ihren Bestimmungsort.

Einstellbare und zum Teil geheime Sicherheits-Parameter garantieren, dass nur solche Systeme miteinander kommunizieren können, die hierfür entsprechend konfiguriert wurden. "Die Verschlüsselungssoftware sorgt dafür, dass der Datenverkehr im jeweiligen Tunnel für die anderen Nutzer nicht sichtbar ist", erläutert Rick Werner, Niederlassungsleiter bei NK Networks & Services in Hannover. "Dieses ursprünglich von Cisco Systems entwickelte Verfahren wurde von der Internet Engineering Task Force zwar noch nicht in allen Einzelheiten normiert, ist aber auf dem Weg zum allgemeinen Standard", sagt Werner. Dank MPLS nehme die Komplexität großer IP-Netze drastisch ab.

Einer der Kunden von NK Networks ist das Informatikzentrum Niedersachsen (izn) in Hannover. Früher waren die Datennetze von Polizei, Finanzbehörden und allgemeiner Landesverwaltung in Niedersachsen organisatorisch und technisch strikt voneinander getrennt. Das hatte historische Gründe, war aber auch unter Sicherheitsaspekten recht vorteilhaft. Denn kein Forstbeamter konnte so über seinen PC auf die sensiblen Informationen der Finanzämter, Amtsgerichte oder Polizeistationen zugreifen.

"Unter Kostengesichtspunkten ist der Parallelbetrieb der Netze auf Dauer nicht mehr vertretbar", sagt Uwe Mäurer, Geschäftsführer des Informatikzentrums Niedersachsen (izn) in Hannover. Deshalb lässt der Landesbetrieb unter dem Namen "iznNet" derzeit ein neues flächendeckendes Behördennetz zwischen Nordseestrand und Harzgipfeln errichten, an das bis zum Juni insgesamt 56 000 Arbeitsplätze in sämtlichen Landesverwaltungen angeschlossen sein sollen.

Auch andere Internet-Service-Provider und Telefonnetzbetreiber bieten mittlerweile verstärkt VPN-Services an. "Wenn Außenstehende wie Kunden, Lieferanten und Geschäftspartner Zugang zum Firmennetzwerk haben müssen, wird eine sichere Datenübertragung unerlässlich", unterstreicht Alexander Hesse, Senior Account Manager beim Dienstleister Via Net.Works Deutschland in Duisburg. Das gelte insbesondere für E-Business-Anwendungen wie etwa das Supply Chain Management, bei dem ganze Zulieferketten elektronisch abgebildet werden. Über so genannte "Managed Mobile VPN Services" können auch Außendienstmitarbeiter oder Servicetechniker über das offene Internet Daten sicher austauschen. Auch Arcor in Frankfurt/Main bietet einen solchen sicheren Zugang. Auf der Cebit in Hannover hat die Vodafone-Tochter mit "Company Net Remote International" einen entsprechenden Service vorgestellt. Damit könnten sich auch Mitarbeiter im Ausland sicher in ihr Firmennetz einwählen.

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