Alternative zu W-LAN und Bluetooth
Drahtlos surfen für den Hausgebrauch

Das Kabelziehen durch Wohnzimmer und Flur gehört der Vergangenheit an: Mit der seit Jahren bewährten DECT-Technik für das drahtlose Telefonieren in der Wohnung können auch bequem Datenverbindungen ins Internet hergestellt werden - von jedem Zimmer der Wohnung aus, bei schönem Wetter auch mit dem Notebook im Garten.

WiWo/AP FRANKFURT. Seit kurzer Zeit bieten mehrere Hersteller solche kombinierten Systeme für drahtloses Telefonieren und Surfen im ISDN-Netz an.

In einem Praxistext der Nachrichjtenagentur AP erwies sich ein solches System als ideal für die unkomplizierte Nutzung von E-Mail und Web-Angeboten - Probleme gab es jedoch beim Download großer Dateien.

Im Zentrum eines DECT-Systems steht die Basisstation, von der aus Punkt-zu-Punkt-Verbindungen zu verschiedenen Mobilteilen eingerichtet werden. Diese Station wird beim BeeTel 330i data von DeTeWe direkt an einen der beiden ISDN-Ausgänge angeschlossen. Nun kann wie üblich drahtlos telefoniert werden, wobei das Mobilgerät des Systems nicht viel mehr als die Standardausstattung bietet - so ist etwa die Zahl der speicherbaren Rufnummern auf 50 Plätze beschränkt.

Umso interessanter ist die 10,5 Zentimeter hohe DECT-Box für den Datenempfang. Für sie wird zunächst die Software installiert, zu der auch die CAPI-Treiber für den ISDN-Zugang gehören. Dann wird die kleine Box an die USB-Schnittstelle angeschlossen und bei der Basisstation angemeldet - ein etwas kompliziertes Verfahren, das aber nach sorgfältigem Studium der Gebrauchsanweisung auch von Laien erfolgreich absolviert wird.

Die Kontrollsoftware zeigt anschließend die Feldstärke der drahtlosen Verbindung an - es reicht, wenn der Balken mehr als die Hälfte der Anzeige ausfüllt. Jetzt kann eine DFÜ-Verbindung für das neue Gerät "Modem DeTeWe ISDN" eingerichtet werden.

Keine Kanalbündelung möglich

Der erste Wählversuch klappt auf Anhieb: Wie bei ISDN gewohnt, steht die Verbindung sofort. Für den Datenverkehr wurde das ursprünglich nur zum Telefonieren entwickelte DECT-System um eine Paketübertragungstechnik (DPRS: DECT Packet Radio Service) und um eine dynamische Ressourcenzuteilung (DRM: Dynamic Resource Management) ergänzt, damit der Datenverkehr wirksam bewältigt werden kann. Über die Bündelung von mehreren Kanälen werden so Datenübertragungsraten bis zu einem Megabit pro Sekunde möglich.

Die drahtlose Internet-Verbindung mit dem DeTeWe-System nutzt solche Bandbreiten nicht. Das ISDN-Tempo von 64 Kilobit pro Sekunde scheint beim Surfen und E-Mail-Abholen subjektiv erreicht. Beim Versuch, eine 17,7 Megabit große Datei von einem eigenen Server herunterzuladen, werden aber nur 43,2 Kilobit erreicht - verglichen mit 60,8 Kilobit beim selben Download mit einer direkt ans Netz angeschlossenen ISDN-Karte.

Zudem kann der Download auf halber Strecke unvermittelt abbrechen - für häufige Downloads von großen Daten ist das BeeTel 330i data somit nicht geeignet. Das Gerät unterstützt weder Faxverkehr noch eine Bündelung der beiden ISDN-Kanäle - dies funktioniert erst mit einem DECT-Modul der DeTeWe-Telefonanlage OpenCom 45dsl.

Vor allem für Familien und Wohngemeinschaften geeignet

Für den gängigen Hausgebrauch sind diese Einschränkungen aber meist zu verkraften. Die USB-Box verrichtet am Notebook ebenso ihren verbindlichen Dienst wie am Kinderzimmer-PC, so dass sich ein solches System vor allem für Familien oder kleine Wohngemeinschaften anbietet. Über den zweiten ISDN-Kanal kann gleichzeitig telefoniert werden.

Das demnächst in den Handel kommende BeeTel 330i data kostet im Paket 270 Euro; die einzelne USB-Box wird zum Preis von 117 Euro vertrieben. Ein ähnliches System wird auch von Siemens angeboten; das Kombi-Modell Gigaset M105 Data kostet rund 300 Euro. Siemens bietet auch verschiedene Möglichkeiten zur drahtlosen Internet-Verbindung über ein DSL-Modem an; so können mit dem USB-Adapter Gigaset H487data bis zu acht PCs gleichzeitig aufs Internet zugreifen oder miteinander vernetzt werden.

DECT ist ein 1992 vereinbarter Standard für drahtlose Telekommunikationsdienste (Digital European Cordless Telecommunications), der inzwischen in mehr als 100 Ländern der Welt verbreitet ist. Verglichen mit anderen Funktechniken wie Bluetooth oder Wireless LAN macht das betagte DECT nicht mehr viel Schlagzeilen, dabei kann es mit Reichweiten von 50 Metern innerhalb von Gebäuden und 300 Metern im Freien sowie theoretisch möglichen Datenübertragungsraten bis 90 Kilobit pro Sekunde durchaus mitreden und bietet sich besonders im privaten Haushalt als verlässliche Lösung an.

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