Altersgrenze heraufgesetzt
Bundesrat verabschiedet verschärftes Waffenrecht

Rund zwei Monate nach dem Amoklauf von Erfurt hat der Bunderat einstimmig einer Verschärfung des Waffenrechts zugestimmt.

Reuters BERLIN. Alle 16 Länder votierten am Freitag in Berlin für eine Gesetzesänderung beim Waffenrecht, die die Altersgrenze beim Kauf von Schusswaffen von 18 auf 21 Jahre heraufsetzen soll. Daneben wird ein medizinisch-psychologisches Gutachten für Waffenkäufer bis 25 Jahren eingeführt.

Ferner soll der Waffenhändler künftig den Verkauf von Waffen innerhalb von zwei Wochen an die Behörde melden. Auf die ursprünglich geplante Senkung des Mindestalters für Sportschützen wird verzichtet, es bleibt bei der Altersgrenze von zwölf Jahren. So genannte Pump-Guns, Repetiergewehre zum Verschießen von Schrotmunition, sollen in Deutschland generell verboten werden.

Thüringens Ministerpräsident Bernhard Vogel (CDU) sagte, er hoffe, dass mit diesem Gesetz ein Zeichen gesetzt werde. "Wir wissen, dass niemand ein Verbrechen wie Erfurt unmöglich machen kann." Aber es müsse alles getan werden, das es nicht mehr geschehe. Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) sagte, die Gesetzesänderung sei ein erster Schritt hin zu weiteren Reformen. "Die eigentliche Gefahr geht nicht vom legalen Waffenbesitzen aus, wir müssen uns nun verstärkt dem illegalen Waffenbesitz zuwenden."

Ende April hatte ein ehemaliger Schüler des Erfurter Gutenberg-Gymnasiums 13 Lehrer, zwei Schüler und einen Polizisten getötet, bevor er sich selbst erschoss. Der Amok-Läufer war mit einer Pistole und einer Pump-Gun bewaffnet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%