Alterskrankheit Lungenentzündung
Klonschaf Dolly ist tot

Das Schaf Dolly, der erste Klon eines erwachsenen Säugetiers, ist tot. Das mit sechs Jahren noch relativ junge Tier musste wegen einer Lungenentzündung eingeschläfert werden. "Schafe können elf bis zwölf Jahre alt werden, und Lungenentzündungen sind typisch für ältere Schafe", sagte Harry Griffin vom schottischen Roslin-Institut, wo Dolly erst geklont worden war und dann streng bewacht in einem Stall gelebt hatte.

HB/dpa LONDON. Der vorzeitige Tod des Tiers nährt die Befürchtung von Wissenschaftlern, dass Klonen zu vorschneller Alterung führt. Eine Obduktion soll nun genauere Erkenntnisse bringen.

Vor einem Jahr war Dollys "Schöpfer", Prof. Ian Wilmut, bereits durch eine Arthritis im linken Hinterbein des Tiers aufgeschreckt worden. Er selbst wertete diese typische Alterserkrankung bei dem noch relativ jungen Tier als Indiz dafür, dass die derzeitigen Klon- Techniken "ineffizient" seien. "Wir sind sehr enttäuscht und werden Dolly sehr sorgfältig beobachten müssen", sagte der Genetiker. An der Londoner Börse war der Kurs der Firma PPL Therapeutics, die seine Forschungsergebnisse vermarktet, daraufhin um 15 % gesunken.

Dolly war am 5. Juli 1996 im Roslin-Institut bei Edinburgh geboren worden, nachdem Wilmut die Euterzelle eines sechs Jahre alten Schafs entnommen und in eine zuvor entkernte Eizelle eingesetzt hatte. Das Experiment galt eines der größten wissenschaftlichen Ereignisse des Jahrzehnts. Damals sagte Wilmut, Dolly könne lange leben und mindestens zehn Jahre alt werden. "Wichtig ist, dass nicht nur wir, sondern alle, die geklonte Tiere produziert haben, deren Gesundheit während der gesamten Lebensdauer beobachten", sagte er.

Doch schon im Mai 1999 stellten die Forscher fest, dass Dollys Erbgut ungewöhnlich alt aussah. Es sei typisch für ein älteres Tier, teilten sie mit. Dolly hatte demnach kürzere Telomere als gleichaltrige, nicht geklonte Schafe. Als Telomere bezeichnet man die Enden der Chromosomen, der Träger des Erbgutes. Sie beschäftigen die Wissenschaft seit langem, da sie möglicherweise den Alterungsprozess beeinflussen.

Patrick Dixon, ein britischer Ethiker, sagte am Freitag, Dollys Todesursache werde große Folgen für das mögliche Klonen von Menschen haben: "Eine Schlüsselfrage ist, was für eine fortschreitende Lungenkrankheit sie genau hatte und ob dies in irgendeiner Weise mit der Klontechnik in Verbindung gebracht werden kann, durch die sie entstanden ist." Dolly soll nun ausgestopft werden und in Edinburgh ins Museum kommen.

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